Fußball: Bezirkspokalspiel Altenlotheim gegen Kassel als Neuauflage des Spiel vom 1. Dezember 1974
Erinnerungen an die "Invasion" und ein 2:11
ALTENLOTHEIM (schä). Die Zeiten ändern sich, die Highlights kommen immer wieder für einen Fußballverein. So auch für den TSV Altenlotheim, wenn er am kommenden Dienstag, 11. September, auf den KSV Hessen Kassel trifft. Hessenpokal auf Bezirksebene, Anstoß 19 Uhr. Auf Kasseler Seite wird wohl kaum jemand Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen der beiden mitbringen. Die Altenlotheimer erinnern sich umso mehr an den 1. Dezember 1974. Zum Beispiel Klaus Schelske, der seinerzeit elf Gegentore kassierte, der TSV verlor mit 2:11.
Eigentlich war der Käse beim Bezirkspokal-Halbfinale vor fast 33 Jahren, für das im übrigen 5 DM Eintritt erhoben wurde, schnell gegessen gewesen: Halbzeit 5:1, am Ende 11:2, wobei die Kasseler ohne großartig zu glänzen und dank fünf Toren von Jürgen Sievers standesgemäß eine Runde weiter kam. Die "Löwen", bei denen unter anderem der vom HSV gekommene Hubert Schöll sowie die in Bad Wildungen geborenen Horst Wischek und Alfred Resenberg spielten, waren damals in der Hessenliga, die der heutigen Oberliga entsprach. Altenlotheim war damals Dritter der Bezirksklasse. Und dennoch sprach man auch im Auestadion noch häufiger von jenem Pokalspiel, erinnerte sich an die "Invasion" aus Waldeck-Frankenberg, wie es auch die heimische Presse seinerzeit bezeichnete. Denn der TSV mobilisierte eine heute kaum vorstellbare Menge an Fans. Ein halbes Dutzend Busse kutschierten den Anhang nach Nordhessen, von insgesamt rund 1500 Zuschauern stellte der TSV schließlich beinahe die Hälfte - auch, weil viele Kreisligaspiele im Landkreis bereits vormittags stattfanden, um möglichst Vielen die Fahrt nach Kassel zu ermöglichen."Damals kamen grundsätzlich mehr Leute auf den Sportplatz als heute. Im Spiel gegen Korbach hatten wir in Altenlotheim 2000 Zuschauer", erinnert sich Klaus Schelske, einer der "Helden" von 1974, einer der auffälligsten Akteure in der Elf, die fußballerisch einen imposanten Eindruck hinterließ. "Altenlotheim mauerte nicht", titelte die WLZ-FZ am 2. Dezember 1974, denn der TSV spielte offensiv mit und nicht auf Schadensbegrenzung. "Wir wollten unseren vielen mitgereisten Schlachtenbummler keinen Angsthasenfußball bieten", sagt Schelske, dessen Namen in diversen Schreibvarianten zwischen Schelski und Schelsha in der Presse auftauchte, der aber - so die Heimatzeitung - "... im Kasseler Sturmwirbel eine höhere Niederlage verhinderte". Sehr zum Gefallen der lautstarken Gästefans. "Was da los war, als der Adolf das Tor zum 1:2 machte...""Der Adolf" ist Adolf Huthwelker, der später auch noch das zweite TSV-Tor zum 2:6 markierte und nicht nur deswegen das Interesse der Kasseler weckte. Der Buchenberger freut sich sicher ebenso auf das "Revival" am Dienstag wie die übrigen Teamkollegen. Die Altenlotheimer Elf: Schelske, Wissemann, Hantschel, Bremmer, Henney, Rösner, Klinge, B. und A. Huthwelker, Finke, Wilh. Ziegler, Krümmelbein (ab 46. Minute) und Stiehl (ab 80.) - Dienstagabend im Oberbach wird sie wieder vereint sein. "Wir wollen uns alle zusammen treffen und das Spiel ansehen", verrät Schelske. Sicher werde auch das eine oder andere Bierchen getrunken - wie damals. "Wir waren Jungs vom Dorf. Da ging man auch öfter bis morgens zur Kirmes, das war damals sicher krasser als heute. Aber zum Anpfiff standen alle auf dem Platz, heute schläft mancher aus und meldet sich ab", sagt Schelske, der heute von Berufswegen Autos und beim TSV Altenlotheim die Eintrittskarten verkauft. Besonders einnert er sich an eine lange Nacht und darauffolgend ein wichtiges Spiel unter dem auf Disziplin bedachten Trainer Peter Wienbeck. "Ich hab in der Kabine gesagt: Jungs, wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen, sonst macht uns der Wienbeck im Training die Hölle heiß. Wir haben Gottseidank 4:1 gewonnen."An einen Altenlotheimer Sieg im Pokal-Revival am Dienstag mag man nicht glauben. Aber Klaus Schelske ist sich sicher, dass es wieder ein interessantes Match wird. "Und elf Stück kriegen wir diesmal bestimmt nicht."
sportredaktion@wlz-fz.de
TSV Altenlotheim - KSV Hessen Kassel
TSV Altenlotheim - KSV Hessen Kassel

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