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Christian.Lengemann
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Beitrag von Christian.Lengemann » 30. Dez 2004, 09:40

Kassel macht den Haken dran

Der deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebene Fußball-Oberligist plant schon für die neue Spielzeit / Platz drei im Visier

VON ANNETTE SEITZ



Es fällt Jens Rose in diesen Tagen schwer, über Fußball zu reden. Hin und her gerissen zwischen Entsetzen, Erleichterung und Sorge ist der Präsident des Fußball-Oberligisten KSV Hessen Kassel angesichts der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien. Erleichtert ist Rose, weil er einen geplante Reise auf die Malediven kurzfristig abgesagt hatte und so dem Unglück entging. Sehr besorgt wiederum, weil der ehemalige Kasseler Trainer Hans-Ulrich Thomale auf der thailändischen Ferieninsel Phuket Urlaub machte, als die Flutwelle kam und dort jetzt mit Rippenbrüchen und Fleischwunden im Krankenhaus liegt.

Die Informationen sind spärlich und die Gedanken kreisen um das Schicksal des Freundes. Und doch muss sich Rose, auch wenn es ihm schwer fällt, mit Fußball beschäftigen. Gilt es doch die Weichen für die Zukunft des KSV Hessen Kassel zu stellen, der die laufende Saison schon abgehakt hat. Zumindest fast. Ein Achtungserfolg soll wenigstens noch eingefahren werden. "Wir wollen versuchen, den SC Waldgirmes noch abzufangen." Platz drei hieße das dann in der Endabrechnung für den KSV, der damit eine verkorkste Saison noch zu einem halbwegs versöhnlichem Ende brächte.

Gestartet waren die Nordhessen freilich als einer der Meisterschaftsanwärter, blieben aber dann meilenweit hinter den Erwartungen zurück. Sie wurden in der Tabelle durchgereicht und mussten zwischenzeitlich sogar um den Klassenerhalt bangen. Auch nach dem Rücktritt von Hans-Ulrich Thomale Anfang Oktober gab es mit dem neuen Trainer Bernd Sturm zunächst keinen Aufschwung. Erst als Jens Rose den Spielern Gehaltskürzungen von 20 Prozent und das Einfrieren der Prämien verkündete, kam die Wende für den ehemaligen Zweitligisten. Torhüter Zoran Zeljko sowie die beiden Defensivspieler Sven Teichmann und Carsten Schönefeld verließen daraufhin den Verein, mit einem verjüngten und völlig umgekrempelten Team bekam Kassel doch noch die Kurve.


Trainer Sturm soll bleiben

Jetzt steht der KSV auf dem sechsten Tabellenplatz, mit 13 Punkten Abstand auf Rang drei. Längst schon hat Jens Rose die Antwort auf die Frage gefunden, warum der Traditionsclub so in die Bredouille geraten konnte. "So wie wir die Mannschaft zusammen gestellt haben, hat sie nicht zusammen gepasst", sagt er. Der Präsident hat seine Lehren gezogen. Schon plant er für die neue Saison, für die das Gros der Spieler gehalten werden soll. Stürmer Julio Cesar hat schon verlängert, Jörg Odensaß (zum OSC Vellmar) den Verein verlassen. "Wir werden grundsätzlich auf die Jugend und einige Erfahrene setzen", sagt Rose. Bis Ende März 2005 sollen die Planungen für die neue Saison weitgehend abgeschlossen sein. Für die laufende Spielzeit soll es laut Rose dagegen keine Neuverpflichtungen geben. "Das ergibt keinen Sinn. Sollen wir jetzt die Jungs bestrafen, die sich für den Verein den Allerwertesten aufgerissen haben?"

Mit Bernd Sturm, der Kassel in höchster Not beistand, will Rose unbedingt weiterarbeiten. Der Clubchef ist zuversichtlich, dass der Trainer den Weg, den er eingeschlagen hat, mitgehen wird. Finanzielle Wagnisse wird es aber nicht geben. Schließlich will der KSV Hessen Kassel nicht noch einmal mit finanziellen Drahtseilakten den sportlichen Erfolg erzwingen, so wie 1997, als der Verein sich übernommen hatte und Konkurs anmelden musste. Die von Rose verfolgte Linie hat, so scheint es jedenfalls, mittlerweile auch das anspruchsvolle Kasseler Publikum akzeptiert. Neulich erst hat Jens Rose einen Brief bekommen, mit freundlichen Weihnachtsgrüßen und einer eindringlichen Botschaft: "Lieber zehn Jahre Oberliga, als noch einmal pleite."

Zuppler
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Beitrag von Zuppler » 30. Dez 2004, 12:21

Dem ist nichts hinzuzufügen!!!!

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