Der Neue KSV HESSEN KASSEL

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Berni und ert
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Der Neue KSV HESSEN KASSEL

Beitrag von Berni und ert » 7. Sep 2003, 19:55

KSV Hessen:
Zarte Entwicklung unter großen Erinnerungen


Leichte Bewölkung wälzt sich am Himmel, als wir an einem vorsommerlichen Sonntagnachmittag durch die lang gezogene Rechtskurve der Autobahnabfahrt „Auestadion“ rollen. Wir befinden uns auf dem Weg zu Hessen Kassel: Landesliga. Hessen Kassel – TuSpo Guxhagen.
Kurz darauf liegt ein großzügig angelegter, locker von Autos besiedelter Parkplatz vor uns, der auf eine Infrastruktur hindeutet, die für größere Ereignisse, als Fünftligaspiele ausgerichtet zu sein scheint. Dort aber spielte der KSV in der Saison 2001/2002

Vor Spielbeginn haben sich hinter der überdachten Haupttribüne einige hundert Menschen versammelt. Die einen kommunizieren locker bei Bier und Bratwurst, andere warten geduldig in der Schlange an den Kassenhäuschen. Der Atmosphäre sind fast familiäre Züge abzugewinnen. Die bloße Existenz auf halbwegs gesunden Boden ist für die anwesenden Leute schon Anlass genug, ihre sonntäglichen Nachmittage wieder dem KSV zu widmen. Die meisten dieser Menschen waren auch schon früher dabei. Kurz vor 15 Uhr verdünnisierte sich das aus allen Richtungen antreffende Zuschauervolk Richtung Sitzplatztribüne.

Der im heutigen Sprachgebrauch als Traditionsverein bezeichnete Fußballklub ist oftmals von größten Sorgen geplagt: Offenbach, Frankfurt, Düsseldorf. Selten machen Klubs dieser Spezies mit durchschlagenden Erfolgen auf sich aufmerksam. Zu dieser Sorte konnte man im abgelaufenen Jahrzehnt auch Hessen Kassel zählen – nur eine Nummer schlimmer.

Hessen Kassel - jedem gebildeten Fußballfachmann wird dieser Name ein Begriff sein. In den 70er und 80er Jahren lockte der Zweitligist regelmäßig ansehnliche Zuschauerzahlen ins Auestadion. Nach wenigen Highlights zu Beginn der 90er Jahre verliert sich die Spur der Löwen langsam aber sicher. Die Geschichte der letzten 10 Jahre liest sich wenig konstant: Insolvenz, Neugründung, Insolvenz, Neugründung. Vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber dem Publikum sehen wahrlich anders aus. Nachdem 1993 der nie wirklich akzeptierte FC Hessen Kassel noch einmal zur Regionalliga zugelassen wurde, kannte man bei der Wiederbelebung des alten KSV 1998 keine Gnade mehr: Der Löwenverein musste in der Kreisliga A starten.

„Eine Verbindung zwischen Tradition und Kult“, war die Philosophie, die dem dritten Neuanfang zugrunde lag. Der abermalige Start wurde als Chance gesehen. Viel geduldige und kontinuierliche Aufbauarbeit war und ist gefragt, um dem sich zart entwickelnden Pflänzchen Halt und Schutz zu geben.

Der Kreisliga folgte die Bezirksliga. Der Bezirksliga die Bezirksoberliga und der wiederum die Landesliga. Im Mai 2002 konnten die Löwen auch ihr entfliehen. Das Tor in bedeutungsvollere Sphären wurde mit dem Oberliga-Aufstieg 2002 einen weiteren Spalt geöffnet.

Der „Legende“, wie sich Fans und Verein selber gerne bezeichnen, wurde wieder Leben eingehaucht. Der Löwe ist dabei, sich den Staub von der Mähne zu schütteln. Ein Durchnittsbesuch von mehr als 2000 Schaulustigen in besagter Landesliga zeugt von einem trotz aller Turbulenzen weiterhin überproportional vorhandenen Zuschauerpotential.

Der Platz an der Tabellenspitze zum Saisonende war in der Geschichte des KSV Hessen der Neuzeit eine Dauererscheinung. Doch wurde der Verein von einigen Medien nicht ausschließlich mit Lob erfüllten Schlagzeilen bedacht.

Juli 2002. Der KSV ist zum einem Testspiel beim Klassenkameraden aus Gütersloh zu Gast. Etwa 40 Fans sind mit aus Kassel angereist und unterstützen ihren Verein über die meiste Zeit des Spiels in gewohnter Lautstärke. Als ein Gütersloher Spieler mit südländischem Aussehen an den Kasselern Fans zum Warmlaufen vorbei schreitet, sind weniger schöne Rufe von einzelnen Leuten zu hören. Der Grund für ein nicht einwandfreies Image der Fanszene verursacht durch einzelne Rabauken rechter Gesinnung.

Berichte über sich nicht immer geschmackssicher benehmende Kasseler Fans in bestimmten Tageszeitungen sind kein Einzelfall.
In Kassel gebe es Hools in nicht sinkender Anzahl, doch würde diese die „vernünftigen“ Anhänger nicht so aufregen, wie es die Medienmenschen tun, erklärt Günter Kratz von den KSV-Freunden Witzenhausen. Auch er ist verärgert über das schlechte Image der KSV-Fans. Zu den etwa 20 Althools, die schon seit Jahrzehnten dabei seien, gebe es noch eine „Hand voll junger Bürschchen“, erläutert er.

Schön des Öfteren seien die Kassler Fußballfans in den letzten Jahren pauschal abgeurteilt worden. Dies, so Kratz, weil einige braun Verweste die Anwesenheit von KSV-Fans missbrauchen würden, um ihre politische Meinung kund zu tun. Im August 2002 zum Oberligaspiel in Wetzlar hätten etwa 15 rechtsgerichtete Hohlköpfe in einer Gruppe von 150 Leuten auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion Parolen wie „hier marschiert der nationale Widerstand“ von sich gegeben. „Was sollen wir dagegen machen?“, fragt Günter Kratz. In Wetzlars Fußgängerzone habe man Abstand „zu denen“ gehalten. Im Stadion jedoch würden sie sich einfach „dazwischen“ stellen, und auch mitgehen, wenn die normalen Kasseler Fans „woanders“ hingehen würden.

Bei einem anderen Beispiel sei ein Auswärtsspiel bei einer türkischen Mannschaft in der Bezirksliga von den Teilnehmern eines abgesagten Neonaziaufmarsches genutzt worden, um „gehörig Randale“ zu machen. Diese Leute seien am Tag darauf in der Zeitung als KSV-Fans bezeichnet worden.
Diese „undifferenzierte Berichterstattung“ in den Medien bringe viele KSV-Freunde zur „Weißglut“. Günter Kratz ist ein friedlicher Fußballfan und ärgert sich, mit solchen Leuten in Verbindung gebracht zu werden. Mit 20-25 Leuten würden sie lediglich einen „winzigen Bruchteil“ aller KSV Fans ausmachen. Der alte Vorstand hätte nicht viel gegen diese Leute unternommen, da der Vorsitzende Holger Brück „viel zu gutmütig“ gewesen sei. Dem im Sommer 2002 ins Amt gegangenen Vorstand traue man jedoch durchaus zu, „in naher Zukunft was dagegen zu unternehmen“.

Beim letzten Heimspiel der Landesligasaison im Auestadion steht diese Problematik eher im Hintergrund. Der Großteil der mehr als 2000 Besucher hat auf der neu bestuhlten Haupttribüne Platz genommen. Ein kleinerer Teil besiedelt die schon eher von der Zeit gezeichnete Gegengerade. Große, schon jahrelang fest verschlossene Eingänge, Kassenhäuschen und Toiletten, verrostete Blockeinteilungen und verwilderte Treppenabgänge versprühen einen nostalgischen Hauch. Der richtige Ort für Fußball Romantiker und viel Platz, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen.

Die Guxhagener Gegner wurden mit 8:2 abgefertigt. Die Menschen freuen sich über ihren lebendigen KSV. Eine Woche später wurde in Lohfelden vor über 7000 Zuschauern der Aufstieg in die Oberliga gefeiert. Die meisten davon waren aus Kassel.

Auch in der Oberliga strebt der KSV in dieser Saison wieder einen der obersten Tabellenplätze an. In der Zuschauerrangliste kann den Löwen die Spitzenposition sowieso keiner streitig machen. Der bisherige durchschnittliche Besuch liegt bei fast 3500 Zuschauern. Die Menschen seien zur Zeit einfach „total heiß“ auf ihren KSV, sagt Günter Kratz freudig erregt. Ein Verein steht wieder auf. Die Legende lebt!

http://www.fcbuch.de




ich schnäuz den Kasper :D
Kein Finderlohn für rechtschreib- oder Grammatikfehler,wer welche findet,darf sie auch behalten !!!

"KASSEL KULTURHAUPSTADT EUROPAS"

IN KASSEL GIBT´S NUR EIN VEREIN
"HESSEN KASSEL"

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