Oberliga-Start für das Wagner-Team am Samstag um 14 Uhr gegen Kassel
Der SC Waldgirmes hat keine Angst vor dem großen Namen des Gegners
(vs). Bange machen gilt nicht in Reihen des SC Waldgirmes vor dem Auftakt-Knaller. "Wir haben keine Angst vor dem großen Namen des Gegners", sagt Trainer Ottmar Wagner mit Blick auf das erste Spiel der Lahnauer in der Fußball-Oberliga Hessen klipp und klar. Am Samstag um 14 Uhr geht es im Wetzlarer Stadion gegen den "wiederauferstandenen" KSV Hessen Kassel zur Sache, beide Aufsteiger brennen auf die ersten Rundenpunkte.
Die Vorfreude ist groß auf das Duell des "Oberliga-Newcomers" aus Waldgirmes gegen den "Rückkehrer" aus Kassel. "Training für Training hältst du die Spieler hin. Wenn es um Punkte geht, ist eine andere Qualität im Spiel. Wir stehen vor einer großen, aber durchaus machbaren Aufgabe", macht SCW-Coach Wagner seinen Männern Mut. Mit Ulf Winkler (eingeklemmter Rückenwirbel) fehlt dem ehemaligen Top-Torjäger nur ein Stammspieler, und Wagner hat auch schon seine Anfangsformation im Kopf. "Wir müssen hinten gut stehen und im Mittelfeld variabel agieren. Denn Kassel hat mit Andreas Mayer einen überragenden Regisseur. Den müssen wir in den Griff bekommen."
Am vergangenen Sonntag war Ottmar Wagner Tribünengast beim letzten Testspiel der nordhessischen "Löwen". Beim 5:1 des ehemaligen Zweitligisten gegen die Amateure von Arminia Bielefeld zeigte er sich beeindruckt von der Laufbereitschaft und taktischen Ausrichtung des Startkontrahenten, der seinen Saisonetat übrigens um 150 000 Euro auf 472 500 Euro erhöht hat. Umso gespannter werden am Samstag zahlreiche Kasseler Anhänger die Reise nach Wetzlar antreten.
Gästetrainer Oliver Roggensack rechnet mit "rund 1000 Fans, die uns begleiten werden. Die Unterstützung wird also nicht fehlen, jetzt wird`s Zeit, dass es los geht." Der 38-Jährige weiß um die gute Vorbereitung der eigenen Reihen, hat sich dementsprechend hinsichtlich der Startelf noch nicht festgelegt. "14 Leute kämpfen um die Plätze", engt Roggensack den Kreis der Anwärter aber ein. Auf Tommy Zanko und Andre Zuschlag (beide Wadenprobleme) muss der KSV in jedem Fall verzichten.
Hinter dem Einsatz von Neuzugang Silas Owusu (Kickers Emden) steht ein Fragezeichen, liegt für den Offensivmann noch keine Spielberechtigung vor. Wieder zwischen den Pfosten stehen wird dagegen Zoran Zeljko. Der ehemalige Profi kehrte zwar erst am späten Sonntagabend wegen eines Trauerfalls in der Familie aus seiner kroatischen Heimat zurück, doch Roggensack vertraut der enormen Routine seiner Nummer eins.
Für Zeljkos Pendant im Waldgirmeser Dress, Jörg Kässmann, verkörpern die Nordhessen "keinen typischen Aufsteiger. Vielleicht ist es deshalb auch ein Vorteil für uns, so früh gegen diesen starken Gegner zu spielen. Wenn es Tore gibt und wir ein Unentschieden erkämpfen, wäre das eine Supersache für uns und für die Fans. Die Hütte ist voll, meine Mannschaft wird ein paar Prozentpunkte mehr rauskitzeln", freut sich der SCW-Torwart auf die zu erwartende Kulisse. "Wir haben im Vorverkauf bislang etwa 700 Karten abgesetzt", meinte Frank Kirch, stellvertretender Sportlicher Leiter des SCW.
In Anbetracht der Atmosphäre dürfen die Waldgirmeser nicht in den Fehler verfallen, übereifrig und übermotiviert in die 90 Minuten zu starten. "Wir müssen mit Verstand an die Sache rangehen. Dafür habe ich meine Routiniers, die das Tempo im Spiel kontrollieren können", wird Wagner gestern Abend bei der abschließenden Vorbereitungsbesprechung die nötigen, warnenden Worte an sein Team gerichtet haben. "Wir können eigentlich nichts falsch machen und haben nichts zu verlieren. Wenn wir unser Spiel durchziehen, bereit sind zu laufen und zu kämpfen, dann kriegen wir im Laufe des Spiels auch unsere Chancen", heißt es für Wagner und den SC Waldgirmes: Bange machen gilt nicht vor dem KSV Hessen Kassel.
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: ThomasB am 2002-08-02 15:48 ]</font>