Droht uns so etwas auch irgendwann?

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ksv-schwabe
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von ksv-schwabe » 12. Jan 2013, 17:59

!)aniel hat geschrieben:"Neues" zum vermeintlichen Gewaltproblem
http://www.tagesschau.de/multimedia/vid ... 44648.html
Ein kritischer Beitrag im Nachtmagazin, allerdings zur "besten" Tageszeit, damit die breite Öffentlichkeit möglichst nicht erreicht wird :evil:.

J.R.
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von J.R. » 12. Jan 2013, 18:33

!)aniel hat geschrieben:"Neues" zum vermeintlichen Gewaltproblem
http://www.tagesschau.de/multimedia/vid ... 44648.html

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Tja bergerjoerg, jetzt kommst du.
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Gonzo
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Gonzo » 12. Jan 2013, 18:34

Dinge, die jene Menschen in der Praxis - und auch in der Wissenschaft - schon seit langer Zeit erzählen und teilweise auch nachgewiesen haben (und ich hier auch schon ewig 'runterbete). Leider, wird man in diesen Bereichen aber eher überhört, vielleicht auch, weil man weniger poltert, als etwa ein Friedrich oder Wendt. Komisch eigentlich. Nur weil solche Typen gelegentlich ein Fußballstadion besuchen, glauben sie, die Dinge einschätzen und vor Allem regeln zu können. Das ist, als würde ich in eine Werkstatt gehen und den KFZ-Mechatronikern dort Vorgaben und Regeln aufdrängen - nur, weil auch schon mal Auto gefahren bin.
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sam
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von sam » 14. Jan 2013, 14:27

So das haben wir jetzt davon,
beim Skispringen darf auch keiner mehr zündeln.
Die Wunderkerzen fand ich beim Hallenturnier trotzdem schön.

Schlagge
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Schlagge » 15. Jan 2013, 03:48

sam hat geschrieben:So das haben wir jetzt davon,
beim Skispringen darf auch keiner mehr zündeln.
Werden die dort nun auch Videoüberwacht? :wink: Obwohl...das erledigen schon die Fernsehkameras, sobald jemand zündelt.

Diese ganze Panikmacherei ähnelt ganz stark den Anfängen des Hanfverbots
(welches durch den gescheiterten Alkoholprohibitionisten Harry Anslinger durch obstruseste Begründungen und Belege durch gedrückt wurde, indem er dem amerikanischen Kongress (1937) allerlei Erklärungen abgab: "Marihuana ist die gewalterzeugenste Droge in der gesamten Menschheit!", "Rund 50% aller Schwerverbrechen von Spaniern, Mexikanern, Lateinamerikanern, Filipinos, Negern und Griechen sind auf den Konsum von Marihuana zurückzuführen." Amerikanische Wissenschaftler widersprachen dem, aber hatten kein Erfolg. Er präsentierte einen Artikel über "Neger mit Wulstlippen", die eine weiße Komolitonin mit Marihuana verführt hätten, worauf sie schwanger wurde. Die Ungeheuerlichkeit, dass diese Droge weiße Frauen offenbar so enthemmte, dass sie bereit waren, einen "Neger" anzufassen oder auch bloß anzusehen, verschlug den Kongressabgeordneten den Atem!

Dass das Hanfverbot nur darauf abzielte, die Hanffaser durch Kunstfaser zu ersetzen, womit Anslingers Verwandte ihr immenses Vermögen mehrten, wusste bis auf die Großindustriellen niemand. Paradoxerweise behauptete Anslinger 11 Jahre später vor dem antikommunistisch geprägten Kongress, dass Marihuana die Menschen so friedlich und pazifistisch mache, dass es von den Kommunisten benutzt werden könne, die amerikanische Armee zu schwächen. Selbst die Russen ließen sich von dieser Aussage irritieren und ließen den Hanf in ganz Russland verbieten. Mittlerweile ist er auf der ganzen Welt - bis auf winzige Ausnahmen - verboten.)


Alles was ich damit sagen wollte, ist: Wenn man einflussreiche Freunde hat, Statistiken und Studien nach Belieben verbiegt und (bewusst fehl-)interpretiert und die nötigen angsteinflößenden Worte findet und damit bei dem gemeinen Volk (das zu leichtgläubig, ja zu faul ist, dieses zu hinterfragen) einen empfindlichen Nerv trifft, dann ist es ein leichtes, der Minderheit Verbote aufzudrücken. Ob berechtigt oder unberechtigt ist dabei nicht von Belang. Hauptsache die DFL kann ihr Produkt besser verkaufen. (Wie Du Pont und andere seinerzeit ihre Kunstfaser) :roll: :evil:
sam hat geschrieben:Die Wunderkerzen fand ich beim Hallenturnier trotzdem schön.
Ja, war schön anzuschauen. Schade nur, dass es nicht mehr waren.

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Gonzo
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Gonzo » 15. Jan 2013, 13:47

Schlagge hat geschrieben:
Dass das Hanfverbot nur darauf abzielte, die Hanffaser durch Kunstfaser zu ersetzen, womit Anslingers Verwandte ihr immenses Vermögen mehrten, wusste bis auf die Großindustriellen niemand (...) Mittlerweile ist er auf der ganzen Welt - bis auf winzige Ausnahmen - verboten.)
Ergänzend: Ford baute seinerzeit einen Motor, der mit Hanföl betrieben werden konnte. Anslinger allerdings war mit dem Konkurrenten GM verbandelt. Ulkigerweise ist das progressivste Land der Hanflegalisierung inzwischen die USA. Auch, nachdem man gemerkt hat, wieviel Geld man damit als (Bundes-) Staat verdienen kann... Aber Polizei, Sozialarbeiter und Staatsanwaltschaft atmen seitdem auf, weil sie sich auf die deutlich abhängiger machenden Drogen Heroin, Crack, Kokain (für Sozialarbeiter kommt noch der Alkohol dazu) und das in den USA weit verbreitete Meth konzentrieren können, anstatt ein paar jugendliche Kiffer zu verfolgen. Und da ist die nächste Parallele: Legalisierung von Pyrotechnik bedeutet auch, die Polizei, Staatsanwaltschaft und Sozialarbeit deutlich zu entlasten. Das Verbot verpufft, niemand hält sich dran. Also muss man Konsum/Zündeln in geordnete, beeinflussbare Bahnen lenken, um einen positiven,weniger gefährdenden Effekt zu erzielen. Nächste Parallele: Weil sie in Deutschland illegal sind, werden Bengalos in Osteuropa bestellt. Damit entsprechen sie nicht hiesigen Standards, mit denen man vertraut ist. Das analoge Beispiel aus der Cannabis-Welt sind äußerst gefährliche Ersatzstoffe, die als "Kräuter Mischungen" vertrieben werden. Man hat als Staat keinen Einfluss, was da so drin ist, weil die Typen, die den Scheiß herstellen, sich einfach neue Chemikalien erschaffen, ehe die Liste der verbotenen Inhaltsstoffe hinterher kommt. Damit ist dieser chemische und unerforschte Rotz legal.. Um die daraus inzwischen verstärkt entstandenen Psychosen darf sich dann wieder der Psychologe und der Sozialarbeiter kümmern. So wie bei Pyro und dessen Nebeneffekt, per Stadionverbot aus dem Umfeld gerissen zu werden.

Dollar
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dollar » 16. Jan 2013, 17:26

http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... angen.html

oha, ich hoffe bei unserer choreo gegen koblenz sind keine luftschlangen angedacht :o
#10

Schnurz
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Schnurz » 16. Jan 2013, 18:35

Da fällt einem nichts, aber wirklich auch gar nichts mehr ein.

Gestern lief bei Phönix eine höchst interessante Talkrunde zur Frage "Wem gehört der Fußball". War interessant zu verfolgen. Rettig versuchte Wogen zu glätten, Fehler einzugestehen, der badenwürttembergische Innenminister konnte es jedoch nicht lassen, populistische Platitüden herunterzubeten: "In den 80ern hätte es so etwas (Gewalt) nicht gegeben!" Ich muss offensichtlich zu einer anderen Zeit ins Stadion gegangen sein, zweite Weltzeit irgendwie.

Leider war der Ultravertreter rhetorisch nicht so geschult, wie ich es mir persönlich gewünscht hätte, doch was will man machen. Steffen Simon vom WDR beklagte wiederholt die völlig unnötig erhitzte Debatte, welche die politische Klasse für sich populistisch entdeckte, das war erstaunlich. Hier muss man ihm schon den Vorwurf des Januskopfes machen, leider unterblieb das in der Runde - mein größter Vorwurf an den Ultra, von den unsäglichen "Dauer-Äähhhhs" mal abgesehen. Glänzend verkaufte sich der 11-Freunde-Chefredakteur, geschliffen klare Sprache, valide unterfütterte Argumente - da schwieg der Herr Minister und Herr Rettig gefiel sich in der Rolle, dauerhaft "Unglücklichkeiten" einzugestehen.

Unter dem Strich war es vielleicht ganz gut, dass kein Polizeigewerkschaftsvertreter mit am Tisch stand, dann hätte das ganze mit Sicherheit wieder einmal eine sehr unschöne Wendung genommen - falsche oder doch zumindest undifferenzierte statistische Totschlagargumente inclusive. Unter dem Strich hatte die Veranstaltung eigentlich nur einen Befriedungeffekt vor dem Rückrundenstart, mit wenig Aussicht auf eine gehaltvolle inhaltliche Auseinandersetzung - dabei rede ich überhaupt gar nicht von der Pyrothematik, die ohnehin nicht verhandelbar ist.

Doch gerade in diesem Zusammenhang hätte ich jedoch Simon und Rettig auf den Zahn fühlen wollen, Gelegenheiten bot der Gesprächsverlauf des gestrigen Abends (Beispiel: "Die tolle südländische Atmosphäre in Kaiserslautern in den 90ern" wurde aufgegriffen, Rettig: "Heute zu enge und überdachte Stadien", mir will nur ums verrecken keine Laufbahn und ein fehlendes Dach in Kaiserslautern einfallen, das damals dieses Stadion ausgezeichnet hätte. Übertragungskommentare 90er und heute, da hätte man Simon eine Breitseite verpassen können (Erfüllungsgehilfe der Politik oder Katastrophenjournalismus zur Quotensteigerung), doch auch die fehlte.

Eine vertane Chance, schade drum.

schnurz

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