Droht uns so etwas auch irgendwann?

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nordkassler
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von nordkassler » 10. Jan 2013, 10:41

Früher war es schlimmer, aggressiver und gewalttätiger. Ab den 2000ern hat sich dieses dann schlagartig verändert. Das hat in erster Linie mit der Videoüberwachung (filmende Cops) und den modernen Fußballarenen zu tun (auch unser Stadion ist ein Beispiel dafür: Die neue Ost mit den Sitzplätzen sorgt für eine rigorose Fantrennung. Feindkontakt unmöglich!).
Was man nun aber will, ist, auch noch den letzten Rest an Störendem ausmerzen, so dass man ungestört Geld verdienen kann. Zahlungskräftige Familien, die an die 100 € pro Nachmittag ausgeben, rein! Pöbel, der ihr Bier vorher beim Aschoff holt und sonst nichts ausgibt, raus!
Dazu verbreitet man halt einfach die Geschichte, wie schlimm und gewalttätig doch alles geworden ist. Und joergberger fällt drauf rein.
Nur Wasser gibt´s für Vierbeiner -
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Corona
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Corona » 10. Jan 2013, 11:28

sam hat geschrieben:Was machen die kleinen Vereine?
(..........)
Keiner dieser Vereine wird eine der Forderungen der DFL
Unterstützen.
(...........)
Warum bekennt sich der KSV Hessen Kassel dann nicht öffentlich klar dazu?!
Hasta la Victoria siempre!

Dr. Mabuse
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dr. Mabuse » 10. Jan 2013, 12:19

Corona hat geschrieben: Warum bekennt sich der KSV Hessen Kassel dann nicht öffentlich klar dazu?!
wenn man erst gar nicht gefragt wird kann
Man auch schlecht was dazu sagen

Dittsche
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dittsche » 10. Jan 2013, 12:48

Und woher willst du wissen, das nicht gefragt wurde?

Gonzo
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Gonzo » 10. Jan 2013, 13:43

bergerjoerg hat geschrieben:Und an Gonzo gerichtet: Statistiken interessieren Dich nur dann, wenn sie Deine Meinung stützen. Spahns Aussage ist aber nicht mehrheitsfähig gewesen, wie Du sehr wohl weißt. Und erklärt bitte mal ganz ehrlich: Was ist an Pyrotechnik bloß so toll? Ich verstehe es wirklich nicht, also bitte ich um eine ehrliche Antwort.
Doppelt ehrliche Antwort:
Statistiken interessieren mich nur, wenn sie eine Aussagekraft haben. Und die ZIS-Statistiken sind (wie übrigens auch PISA, ist aber ein anderes Thema) alles, nur nicht valide - und dazu noch unbereinigt. Was sagt denn bitte eine Statistik über Fangewalt aus, wenn z.B. (wie bei Erfurt gegen Darmstadt) nach Ausschreitungen pauschal 55 Verletzte in der Statistik gezählt werden. Klingt erstmal übel nach Massenschlägerei. Wenn die Medien später berichteten, dass 53 dieser Geschädigten durch den Einsatz von Tränengas - ergo durch die Polizei - verletzt wurden (kein Witz, das Main-Echo berichtete darüber), dann hat diese Statistik keine Aussagekraft, außer vielleicht, dass die Polizeigewalt zunimmt. Die ZIS-Statistik hat keinerlei wissenschaftlichen Nutzen oder Anspruch, sondern dient nur der Untermalung eigener Interessen. Weiteres Indiz: Weißt Du, wieviele Verfahren gegen Fußballfans eingestellt werden bzw. gar nicht eröffnet? Es sind sehr viele, oftmals die Mehrzahl, kannst Du mir glauben - ich weiß es. Auch Freisprüche sind keine Seltenheit. Unterschieden wird in der Statistik aber nicht: Es gilt ausschließlich die Anzeige, sei sie rechtmäßig oder nicht. Wenn die dort ihre Hausaufgaben machen und mir eine bereinigte, valide Arbeit vorlegen, dann akzeptiere ich diese auch und akzeptiere zusätzlich, dass man sie zur Argumentation heranzieht. Übrigens: Es gibt auch Gründe, warum keine größere wissenschaftliche Arbeit über Fußballfans, die ich kenne, diese Statistiken als Maßstab heranzieht - außer, um die ZIS-Berichte zu zerpflücken.

Was an Pyrotechnik so toll ist? Keine Ahnung, ich zünde keine. Ich gebe allerdings zu: In einer gut gemachten Choreo wirkt Pyrotechnik schon spektakulär. Was ich möchte, ist ein legaler und vor allem verantwortungsbewusster Umgang damit. Ich kann sehen, dass es für viele Fans ein Ausdruck von Emotionen ist. Egal, was getan wird: Das Zündeln wird niemals aufhören und deshalb ist ein kontrollierter Umgang der klügere Schritt.

Vor den viel zitierten 20 Jahren (sogar ein paar mehr) wurde es von Kommentatoren als südländische Atmosphäre, als Gesamtkunstwerk, bejubelt (Lautern - Barca), wenn die Dinger abgebrannt wurden. Erkläre Du mir, woher der Sinneswandel kommt, warum es derselbe Reporter in den 90ern "geil", heute als "Verbrechen" und beim Ski wiederum als "geil" bezeichnet? Du kannst mir auch erklären, wo das Problem mit Pyrotechnik ist, wenn sie nur in dafür vorgegebenen Zonen am äußersten Ende der Kurve kontrolliert abgebrannt wird. Und warum es wiederum kein Problem ist, wenn der DFB Pyro abbrennt (DFB Pokalfinale). Solche Diskrepanzen sind unvermittelbar!

Ob Spahns Meinung mehrheitsfähig ist, oder nicht, sagt nichts darüber aus, ob sie richtig war, oder falsch. Die Aussage, dass zweiten Mannschaften eine eigene Liga bekommen sollten, statt in der 3. oder 4. Liga zu spielen und dafür nur 2 oder 3 Regionalligen zu unterhalten, ist bei der DFL auch nicht mehrheitsfähig. Ist sie deshalb auch falsch? Ich denke nicht, weil es um die Interessen der "Großen" geht, deren Interessenvertreter die DFL nun mal ist. Und Spahn ist den vernünftigen Weg gegangen, Fans mit einzubeziehen. Ergebnis war, dass man für die Zeit nicht gezündelt hat. Ergebnis des Nicht-Einbeziehens ist bekannt.

Ich kann Dir jedenfalls garantieren, dass es kein Problem ist, in Kassels Kurve mit der gesamten Familie aufzulaufen. Du und Deine Familie werden zu 100% sicher sein. Das war in den 80er und frühen 90ern viel schwieriger, weil es damals auch im Stadion Ausschreitungen gab (passiert heute so gut wie nie) und der Rassimus und Antisemitismus heute in den Kurven (vor dem ich meine Kinder auch beschützen würde) beinahe ausgestorben ist, damals aber völlig normal war. Zu behaupten, vor 20, 30 Jahren sei es besser gewesen, ist eine völlige Verklärung dieser Zeit. Es war zig mal heftiger.
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von bergerjoerg » 10. Jan 2013, 14:06

Hallo Gonzo,
ich hatte vor ca. einer Stunde eine Antwort eingestellt, die aber wohl irgendwie verlorengegangen ist. Falls sie noch auftaucht und ich mich jetzt wiederhole, sorry.
Dass Politiker vom eigenen Versagen ablenken wollen: Mag sein, aber dazu muss man auch Vorlagen bekommen. Manch einer mag sich mit diesem medienwirksamen Thema profilieren wollen, aber Vorgangen gab es reichlich. In Kassel mag die Entwicklung besser geworden sein, und da ihr seid 1980 oder so regelmäßig dabei seid, könnt ihr das besser beurteilen als ich. Ich war in dem Jahr erst 14 und habe das bei meinen leider wenigen Besuchen nicht mitbekommen, da ich auch damals schon im Rheinland lebte.
Generell bleibe ich aber bei meiner Sichtweise, dass es eine negative Tendenz gibt. Erinnert euch an die Bilder im letzten Jahr aus den letzten Heimspielen des 1.FC Köln, den Relegationsspielen in Düsseldorf und Karlsruhe oder dem Pokalspiel Dortmund-Dresden. Wände aus schwarzem Rauch, drohender Spielabbruch wegen ans auf dem Feld, überforderte Ordner, und draußen ging es nachher munter weiter. In Düsseldorf durfte ich das selbst miterleben. Nein, früher war nicht alles besser, das habe ich nie egsagt. Abe solche Bilder, die für mich mit Fußball aber auch gar nichts zu tun haben, kamen früher in zwei, drei Jahren zusammen, jetzt in wenigen Wochen.Die Vereine können und wollen für Schäden und erhöhtes Sicherheitspersonal nicht aufkommen und verlangen mehr Polizei. Die bezahlt der Staat, also wir alle. Der Staat hat kein Geld.
Gut beurteilen kann ich diese Entwicklung in Köln. Hier konnte ich beobachten, wie sich die Jungs von "Cologne Ultras", "Wilde Horde" usw. vermummten, kam dass sie drin waren, und nch dem Spiel wurden Busse des Gegners überfallen oder von der Autobahn abgedrängt, Raststäten überfallen u.ä.. Das ist keine Medienerfindung, sondern pasiert. Ich habe Ende der Siebziger erstmals im Stadion gestandn, ja, damals noch als Köln-Fan, dem FC die Daumen zur Deutschen Meisterschaft gedrückt, und da wurde an gleicher Stelle geschunkelt und gesungen. Karneval mag nicht jedermanns Sache sein, aber mit dem Verhalten der Fans heute hatte das nichts zu tun. In Düsseldorf gibt es die gleiche Entwicklung, und hier galt die Fanszene früher sogar als etwas verschlafen.
Ich habe, teils privat und teils beruflich, seit Mitte der Achtziger an ca. 40 Wochenenden jeweils 1-2 Spiele gesehen, bis heute also über 1.000. 1., 2., 3. Liga, Regionalliga. A- und B-Jugend, gelegentlich sogar Frauenfußball. Ich kenne so ziemlich alle Stadien im Bereich Rhein-Ruhr. Ich denke schon, dass meine Meinung nicht gänzlich unfundiert ist.

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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von bergerjoerg » 10. Jan 2013, 14:16

Eine Ergänzung noch:
Ich sehe das DFL-Konzept für Vereine unterhalb der Bundesligen durchaus auch kritisch. Und ich war in dieser Saison nur einmal beim KSV (mehr war leider nicht drin) und habe da nichts Negatives erlebt. Gut, es war gege Trier und die Stimmung spielbedingt etwas trüb, und das einige gegen einzelne eigene Spieler gepfiffen haben fand ich unschön. Da hier viele, die regelmäßig und schon viel länger dabei sind, sich an ein raueres Klima in Kassel erinenrn können als ich, lasse ich mal im Raum stehen. Schön, dass es sich so positiv entwickelt hat. Ich war, wie gesagt, 1980 erst vierzehn,wohnte nicht in Kassel, da ist wohl Manches an mir vorbeigegangen. Und das hier so viele Ü50 sind, hätte ich nicht gedacht, denn ich glaubte, einer der Älteren zu sein. Finde ich aber prima.
Trotzdem sind meine liebsten Erinnerungen an frühere KSV-Zeiten nicht, wie Braunschweiger durch die Stadt gejagt wurden. Ich erinenre mich gern an Trasers Flüglläufe, Cestonaros Kopfbälle, Nordgrens Freistöße und Pallaks' gnadenlosen Einsatzwillen. Emotionen, Leidenschaft, da bi ich gern dabei. Wenn's um Fußball geht...

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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Lokalmatador » 10. Jan 2013, 14:31

Abgesehen davon, dass Du massenhaft falsche Behauptungen aufstellst (eine Gruppierung mit dem Namen "Cologne Ultras" gibt und gab es nämlich schlicht nie, mir ein Rätsel wie Du dann ansehen konntest wie die sich vermummen), würde mich interessieren, was genau dich "beruflich" in die Stadien führt? Haben wir es bei bergerjoerg etwa mit einem sogenannten Ordnungshüter zu tun?
Das würde einiges erklären!
"Und ich verliebte mich in den Fußball wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würde." (Hornby)

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