Beitrag
von esteban » 10. Jun 2011, 08:56
Die Glocke online schrieb am 08.06.:
Hille: „Wir wurden eiskalt belogen“
Ahlen (gl). Gerade in New York gelandet, traf Sebastian Hille die Nachricht aus Ahlen wie ein Schlag. Rot-Weiß ist insolvent, die eigene Zukunft ungewiss. Der 30-jährige gehört zu den Spielern, die noch einen Vertrag für die Dritte Liga gehabt hätten. Der Kurzurlaub begann mit einem Paukenschlag.
Anstatt Erholung beim Sightseeing beschäftigten ihn Sorgen, Frust und pure Enttäuschung. „Wir haben damals mit einer gewissen Vorstellung in Ahlen unterschrieben. Wir wollten die Klasse halten und peu à peu etwas aufbauen“, sagt Hille.
Plan eins haben die Spieler umgesetzt, der zweite ist gescheitert. Akteure wie der gebürtige Soester, Kevin Wölk oder Daniel Flottmann mussten sich von jetzt auf gleich auf die Suche nach einem neuen Verein machen. „Da ist man stinksauer. Es wird immer an die Spieler appelliert, dass wir uns an die Verträge halten. Und was hat der Verein gemacht?“
Eine rhetorische Frage von Kevin Wölk, die dessen Frust untermauert. Immerhin, der Mittelfeldspieler ist optimistisch, bald bei einem neuen Club zu unterschreiben. „Ich bin guter Dinge“, sagt er. Das war der Mittelfeld-Stratege im vergangenen Sommer auch, als er in Ahlen unterschrieb. Und jetzt überlegt Wölk sogar, rechtliche Schritte einzuleiten. „Das ist ein Gedanke. Man muss prüfen, ob die Leute, die damals unsere Verträge unterschrieben haben, unter Vorsatz gehandelt haben.“
Ähnliches beschäftigt auch Sebastian Hille. „Wir wurden eiskalt belogen“, meint er und fügt hinzu: „Das ist eine der bittersten Erfahrungen, die ich im Fußball bisher erlebt habe.“ Damit meint er nicht nur seine Unterschrift unter falschen Voraussetzungen, sondern die komplette Spielzeit. „Jede Woche gab es neue Hiobsbotschaften. Und man hat uns bis zum Schluss versprochen, dass es weitergeht.“
Kevin Wölk wurde sogar Charakterlosigkeit unterstellt, als es sportlich nicht lief. Daran erinnert, wird er wütend: „Ich weiß nicht, wie man uns so etwas vorwerfen kann. Wir haben acht Monate unter der drohenden Insolvenz gespielt. Wir Spieler hatten doch den meisten Druck.“ Den finanziellen Kollaps immer vor Augen schaffte Rot-Weiß im Mai den Klassenerhalt. „Und jetzt sitzt man zu Hause und ist frustriert“, sagt Hille. Auf das Gehalt für den Monat Mai sollen die Spieler übrigens immer noch warten.