Martin Wagner
Verfasst: 6. Jan 2006, 17:38
aus http://www.donau.de
Abbacher im Mittelfeld mit Ex-Bundesliga-Profis
Martin Wagner (19) macht seinen Weg bei Hessen Kassel / Bruder des Liverpool-Kickers Didi Hamann ist sein Trainer
Von Martin Rutrecht, MZ
BAD ABBACH. Martin Wagner fühlt sich wohl, pudelwohl. Kein Wunder bei diesen Teamkollegen im Mittelfeld: Francis Bugri war 2002 mit Borussia Dortmund deutscher Meister; Marc Arnold holte mit Dortmund 1995 den Titel und kickte im vergangenen Jahrzehnt ausschließlich in erster oder zweiter Bundesliga. Dort war auch Mirko Dickhaut jahrelang zuhause. Neben diesem Trio spielt auf Linksaußen der 19-jährige Bad Abbacher Martin Wagner bei KSV Hessen Kassel in der Oberliga (= Bayernliga).
„Ich fühl’ mich gut hier“, sagt der 19-Jährige, der gerade ein paar freie Tage zu Hause genießt. Fast bei allen 20 Spielen der Kasseler im Herbst stand Wagner in der Anfangself. „Ein Tor hab’ ich auch gemacht und einige Treffer vorbereitet“, ist er mit seiner ersten halben Saison als Fußball-Profi zufrieden.
Der junge Mann ist tatsächlich Kicker von Berufs wegen. „Das war für mich Grundbedingung, dass ich zum KSV gehen: Sie müssen mir ein Gehalt zahlen, von dem ich einigermaßen leben kann.“ Die Hessen tun’s, stellen dem Mittelfeldspieler auch eine Wohnung und so kann Wagner im Fußball „voll Gas geben“.
Nicht nur die Mitspieler tragen bekannte Fußballer-Namen – auch der Trainer stammt aus einer erfolgreichen Kicker-Familie: Matthias Hamann, Bruder von Didi Hamann, dem deutschen Kicker in Reihen des Champions League-Titelverteidigers FC Liverpool.
Aber nicht nur das „Bruderdasein“ macht die Affinität des Kassel-Trainers zum runden Leder aus: Matthias Hamann (37) spielte selbst in erster und zweiter Liga und war 1989 deutscher Meister mit dem FC Bayern München (allerdings ohne ein Spiel bestritten zu haben) und 1996 Pokalsieger mit dem 1. FC Kaiserslautern. Mit dem TSV 1860 München spielte er drei Saisonen in der ersten Bundesliga. 2002 beendete er seine Laufbahn bei LR Ahlen.
Verein hat mächtig eingekauft
„Mich freut’s, dass er mir das Vertrauen schenkt“, sagt Martin Wagner, der zugleich auch die Professionalität seines Trainers hervorhebt: „Man merkt ihm an, dass er ein ausgebildeter Coach ist.“ Der auch eine entsprechend klare Linie fährt. „Ich stelle auf und wer ein Problem mit der Aufstellung hat, kommt zu mir“, gibt der Abbacher die Ansage des 37-Jährigen vor Saisonbeginn wider.
Mit zwölf, 13 neuen Spielern hat sich der KSV Hessen Kassel vor der Oberliga-Spielzeit 2005/06 verstärkt. Unter ihnen war Martin Wagner, der beim FC Teugn begann, als Junior drei Jahre bei FC Bayern München spielte und vor seinem Wechsel nach Hessen für die A-Junioren des 1. FC Nürnberg kickte. Der Bad Abbacher Absolvent einer Wirtschaftsschule heuerte im Sommer beim Oberligisten an, zumal seine Freundin aus Kassel stammt und dort in einem Bekleidungsgeschäft arbeitet.
Spitzenspiele vor 6000 Fans
Die vielen neuen Kicker deuten an, wohin die Reise gehen soll. „Wir wollen in die Regionalliga aufsteigen.“ Die Karten stehen mit dem aktuellen dritten Tabellenrang nicht schlecht.
Buchonia Flieden liegt mit 40 Zählern auf Schlagdistanz. Spitzenreiter FSV Frankfurt (46) ist für den KSV (37) schon außer Reichweite. „Wir haben anfangs zu oft remis gespielt. Das lag daran, dass sich die Mannschaft erst finden musste“, sagt Martin Wagner.
Bei Spitzenspielen tritt der Bad Abbacher vor bis zu 6000 Zuschauern auf den Rasen. „In dieser Region herrscht ein großes öffentliches Interesse. Allein die Nähe zu Städten wie Frankfurt oder Mainz macht einiges aus“, sagt der Fußballer, dessen Leistungen schon eine Würdigung erfahren haben: „Ich wurde in die Hessen-Auswahl berufen.“
Die bisherige Spielzeit hat Wagner selbstbewusst gemacht. „Ich möchte mich im Frühjahr noch steigern und mich mittelfristig auch für andere Vereine empfehlen.“ Der 19-Jährige hat da durchaus Namen wie Eintracht Frankfurt („allerdings nur die Amateure“) oder den FSV Mainz05 im Visier. „Falls es mit dem Profi-Fußball nicht klappt, werde ich mir parallel ein zweites berufliches Standbein aufbauen.“ Der Abbacher hat bis 2007 einen Vertrag bei Hessen Kassel.
Nicht nur der Kicker, auch der Bayer ist im Hessenland angekommen. „Dass meine Freundin von hier stammt, ist natürlich ein Vorteil. Es ist eine schöne Stadt, wir leben im Zentrum.“ Auch die prominenten Teamkollegen lassen den 19-Jährigen nicht links liegen. „Wir sitzen schon öfters zusammen.“
„Jeder arbeitet an sich selbst“
Martin Wagner hat für sich einen entscheidenden Unterschied zu seinen vorherigen Fußball-Stationen ausgemacht: „Hier schaut jeder auf seine Leistung, arbeitet an sich selbst. In anderen Clubs waren mehr die Mitspieler und mögliche Konkurrenten im Blickfeld: Was macht der, wie ist er drauf? Da gefällt mir die Einstellung hier besser.“ Nur ein Manko gibt’s für den Bad Abbacher aus: „Wenn ich richtig bayerisch red’, versteht mich halt keiner…“
Abbacher im Mittelfeld mit Ex-Bundesliga-Profis
Martin Wagner (19) macht seinen Weg bei Hessen Kassel / Bruder des Liverpool-Kickers Didi Hamann ist sein Trainer
Von Martin Rutrecht, MZ
BAD ABBACH. Martin Wagner fühlt sich wohl, pudelwohl. Kein Wunder bei diesen Teamkollegen im Mittelfeld: Francis Bugri war 2002 mit Borussia Dortmund deutscher Meister; Marc Arnold holte mit Dortmund 1995 den Titel und kickte im vergangenen Jahrzehnt ausschließlich in erster oder zweiter Bundesliga. Dort war auch Mirko Dickhaut jahrelang zuhause. Neben diesem Trio spielt auf Linksaußen der 19-jährige Bad Abbacher Martin Wagner bei KSV Hessen Kassel in der Oberliga (= Bayernliga).
„Ich fühl’ mich gut hier“, sagt der 19-Jährige, der gerade ein paar freie Tage zu Hause genießt. Fast bei allen 20 Spielen der Kasseler im Herbst stand Wagner in der Anfangself. „Ein Tor hab’ ich auch gemacht und einige Treffer vorbereitet“, ist er mit seiner ersten halben Saison als Fußball-Profi zufrieden.
Der junge Mann ist tatsächlich Kicker von Berufs wegen. „Das war für mich Grundbedingung, dass ich zum KSV gehen: Sie müssen mir ein Gehalt zahlen, von dem ich einigermaßen leben kann.“ Die Hessen tun’s, stellen dem Mittelfeldspieler auch eine Wohnung und so kann Wagner im Fußball „voll Gas geben“.
Nicht nur die Mitspieler tragen bekannte Fußballer-Namen – auch der Trainer stammt aus einer erfolgreichen Kicker-Familie: Matthias Hamann, Bruder von Didi Hamann, dem deutschen Kicker in Reihen des Champions League-Titelverteidigers FC Liverpool.
Aber nicht nur das „Bruderdasein“ macht die Affinität des Kassel-Trainers zum runden Leder aus: Matthias Hamann (37) spielte selbst in erster und zweiter Liga und war 1989 deutscher Meister mit dem FC Bayern München (allerdings ohne ein Spiel bestritten zu haben) und 1996 Pokalsieger mit dem 1. FC Kaiserslautern. Mit dem TSV 1860 München spielte er drei Saisonen in der ersten Bundesliga. 2002 beendete er seine Laufbahn bei LR Ahlen.
Verein hat mächtig eingekauft
„Mich freut’s, dass er mir das Vertrauen schenkt“, sagt Martin Wagner, der zugleich auch die Professionalität seines Trainers hervorhebt: „Man merkt ihm an, dass er ein ausgebildeter Coach ist.“ Der auch eine entsprechend klare Linie fährt. „Ich stelle auf und wer ein Problem mit der Aufstellung hat, kommt zu mir“, gibt der Abbacher die Ansage des 37-Jährigen vor Saisonbeginn wider.
Mit zwölf, 13 neuen Spielern hat sich der KSV Hessen Kassel vor der Oberliga-Spielzeit 2005/06 verstärkt. Unter ihnen war Martin Wagner, der beim FC Teugn begann, als Junior drei Jahre bei FC Bayern München spielte und vor seinem Wechsel nach Hessen für die A-Junioren des 1. FC Nürnberg kickte. Der Bad Abbacher Absolvent einer Wirtschaftsschule heuerte im Sommer beim Oberligisten an, zumal seine Freundin aus Kassel stammt und dort in einem Bekleidungsgeschäft arbeitet.
Spitzenspiele vor 6000 Fans
Die vielen neuen Kicker deuten an, wohin die Reise gehen soll. „Wir wollen in die Regionalliga aufsteigen.“ Die Karten stehen mit dem aktuellen dritten Tabellenrang nicht schlecht.
Buchonia Flieden liegt mit 40 Zählern auf Schlagdistanz. Spitzenreiter FSV Frankfurt (46) ist für den KSV (37) schon außer Reichweite. „Wir haben anfangs zu oft remis gespielt. Das lag daran, dass sich die Mannschaft erst finden musste“, sagt Martin Wagner.
Bei Spitzenspielen tritt der Bad Abbacher vor bis zu 6000 Zuschauern auf den Rasen. „In dieser Region herrscht ein großes öffentliches Interesse. Allein die Nähe zu Städten wie Frankfurt oder Mainz macht einiges aus“, sagt der Fußballer, dessen Leistungen schon eine Würdigung erfahren haben: „Ich wurde in die Hessen-Auswahl berufen.“
Die bisherige Spielzeit hat Wagner selbstbewusst gemacht. „Ich möchte mich im Frühjahr noch steigern und mich mittelfristig auch für andere Vereine empfehlen.“ Der 19-Jährige hat da durchaus Namen wie Eintracht Frankfurt („allerdings nur die Amateure“) oder den FSV Mainz05 im Visier. „Falls es mit dem Profi-Fußball nicht klappt, werde ich mir parallel ein zweites berufliches Standbein aufbauen.“ Der Abbacher hat bis 2007 einen Vertrag bei Hessen Kassel.
Nicht nur der Kicker, auch der Bayer ist im Hessenland angekommen. „Dass meine Freundin von hier stammt, ist natürlich ein Vorteil. Es ist eine schöne Stadt, wir leben im Zentrum.“ Auch die prominenten Teamkollegen lassen den 19-Jährigen nicht links liegen. „Wir sitzen schon öfters zusammen.“
„Jeder arbeitet an sich selbst“
Martin Wagner hat für sich einen entscheidenden Unterschied zu seinen vorherigen Fußball-Stationen ausgemacht: „Hier schaut jeder auf seine Leistung, arbeitet an sich selbst. In anderen Clubs waren mehr die Mitspieler und mögliche Konkurrenten im Blickfeld: Was macht der, wie ist er drauf? Da gefällt mir die Einstellung hier besser.“ Nur ein Manko gibt’s für den Bad Abbacher aus: „Wenn ich richtig bayerisch red’, versteht mich halt keiner…“