solange das Auestadion nicht unter Heil Hitler Rufen abgefac
Verfasst: 10. Dez 2005, 22:12
in der ersten Entrüstung enthalte ich mich jeden Kommentars, überlasse dies Vorstand und Euch !
Zeitschrift : Dynamo
Ausgabe 4/05
Seite 67
Titel: Herr, lass Hirn regnen !
Dass es um den KSV schlecht bestellt ist, was seine Fans und seinen Vorstand angeht, haben wir in dieser Publikation schon öfter beschrieben. Im September fügte der Vorstand eine weiter Peinlichkeit hinzu: Nachdem es einige KSV Fans in Schwalmstadt und Vellmar nicht mehr auf den Rängen hielt, sie nach Spielende das Spielfeld stürmten, Schiedsrichter bedrohten und Rauchbomben zündeten, und der Verein vom hessischen Fußballverband (HFV) deswegen zu Geldstrafen verurteilt wurde, ersann man eine doch recht ungewöhnliche Lösung.
Die Fans wurden aufgerufen, künftig nicht mehr zu Auswärtsspielen mitzufahren. Statt mal einen ernsthaften Versuch zu starten, die teils gewaltbereiten Anhänger unter Kontrolle bzw. aus dem eigen Stadion zu halten, sollten sie halt Auswärts nicht mehr kommen.
Widerspruch regte sich unter den Betroffenen kaum. „Das richtet sich nicht gegen uns.“ „Ich weiß, wie das aufzufassen ist.“ „Natürlich sind wir beim nächsten Auswärtsspiel dabei“ heiß es aus Fankreisen.
Man zeigt Verständnis, weil der HFV nicht nur Geldstrafen verhängte, sondern dem KSV für vier Auswärtsspiele unter Aufsicht stellte. Einige sind überzeugt, dass der Aufruf ein reines Lippenbekenntnis des Vereins ist, um den HFV zu besänftigen. In jedem Fall ist das Vorgehen des KSV ein Armutszeugnis ohne Gleichen.
Schon in den letzten Jahren war stets klar, dass der Vorstand des KSV gegen gewalttätige und auch rechtsradikale Fans nicht vorgehen will, solange das Auestadion nicht unter Heil Hitler Rufen abgefackelt wird.
Bloß keine Zuschauer verprellen. Immerhin ist nun ein Fanbeauftragter im Gespräch. Was andere Vereine mit professionellen Anspruch schon in den 80er Jahren umsetzen, brauchte also 20 Jahre bis es zumindest als Möglichkeit angedacht wird (allerdings gab es auf Anfrage durch dynamo keine Antwort ais der Geschäftsstelle).
Aufgaben für eine Fanbeauftragten beim KSV gäbe es genug: Ebenfalls im September verprügelten mehrere laut Zeugenaussage rechtsradikale KSV Fans einen Mann, der sich darüber beschwerte, dass sein Siebenjähriger von ihnen angerempelt wurde. Da hilft auch kein Aufruf, bei Auswärtsspielen zuhause zu bleibe.
Christopher Vogel
Redaktion / ViSdP
Redaktion
Sport & Kulturbüro e.V.
Schönfelder Str. 35
34121 Kassel
0561/2889625
info@dynamo-windrad.de
http://www.dynamo-windrad.de
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Titel: Herr, lass Hirn regnen !
Dass es um den KSV schlecht bestellt ist, was seine Fans und seinen Vorstand angeht, haben wir in dieser Publikation schon öfter beschrieben. Im September fügte der Vorstand eine weiter Peinlichkeit hinzu: Nachdem es einige KSV Fans in Schwalmstadt und Vellmar nicht mehr auf den Rängen hielt, sie nach Spielende das Spielfeld stürmten, Schiedsrichter bedrohten und Rauchbomben zündeten, und der Verein vom hessischen Fußballverband (HFV) deswegen zu Geldstrafen verurteilt wurde, ersann man eine doch recht ungewöhnliche Lösung.
Die Fans wurden aufgerufen, künftig nicht mehr zu Auswärtsspielen mitzufahren. Statt mal einen ernsthaften Versuch zu starten, die teils gewaltbereiten Anhänger unter Kontrolle bzw. aus dem eigen Stadion zu halten, sollten sie halt Auswärts nicht mehr kommen.
Widerspruch regte sich unter den Betroffenen kaum. „Das richtet sich nicht gegen uns.“ „Ich weiß, wie das aufzufassen ist.“ „Natürlich sind wir beim nächsten Auswärtsspiel dabei“ heiß es aus Fankreisen.
Man zeigt Verständnis, weil der HFV nicht nur Geldstrafen verhängte, sondern dem KSV für vier Auswärtsspiele unter Aufsicht stellte. Einige sind überzeugt, dass der Aufruf ein reines Lippenbekenntnis des Vereins ist, um den HFV zu besänftigen. In jedem Fall ist das Vorgehen des KSV ein Armutszeugnis ohne Gleichen.
Schon in den letzten Jahren war stets klar, dass der Vorstand des KSV gegen gewalttätige und auch rechtsradikale Fans nicht vorgehen will, solange das Auestadion nicht unter Heil Hitler Rufen abgefackelt wird.
Bloß keine Zuschauer verprellen. Immerhin ist nun ein Fanbeauftragter im Gespräch. Was andere Vereine mit professionellen Anspruch schon in den 80er Jahren umsetzen, brauchte also 20 Jahre bis es zumindest als Möglichkeit angedacht wird (allerdings gab es auf Anfrage durch dynamo keine Antwort ais der Geschäftsstelle).
Aufgaben für eine Fanbeauftragten beim KSV gäbe es genug: Ebenfalls im September verprügelten mehrere laut Zeugenaussage rechtsradikale KSV Fans einen Mann, der sich darüber beschwerte, dass sein Siebenjähriger von ihnen angerempelt wurde. Da hilft auch kein Aufruf, bei Auswärtsspielen zuhause zu bleibe.
Christopher Vogel
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