Hi, Leute. Hier ein Artikel, den ich in der Frankfurter Rundschau gefunden habe. Zur Beachtung der letzte Satz des Präsidenten.
Ist ein guter Aspekt, finde ich.
Salute! Und Träume in Rot-Weiß!
Hessen Kassel will Eschborn die Stirn bieten und Meister werden / Fans zahlen für Chalaskiewicz
VON ANDREAS HUNZINGER
Beim KSV Hessen Kassel weiß man, wie man scheitert. Der Traditionsclub aus Nordhessen, der einst gar an das Tor zur Ersten Bundesliga klopfte, hat die tiefsten Tiefen das Fußball-Geschäftes erlebt: Konkurs und Neustart in der Kreisliga. Da kann es die Verantwortlichen des mittlerweile in die höchste hessische Spielklasse zurückgekehrten Vereins nicht beunruhigen, in den vergangenen beiden Jahren jeweils knapp den Aufstieg in die Regionalliga verpasst zu haben. Auch wenn es in der Saison 2003/2004 denkbar eng war und eine Punktzahl von 84 zuvor ausgereicht hätte, um souverän Meister zu werden.
Ihren unverdrossenen Optimismus haben sich die Macher von Hessen Kassel auch vor der am kommenden Wochenende beginnenden Saison 2004/2005 bewahrt. "Wir wollen aufsteigen", sagt Präsident Jens Rose lapidar. Das Kasseler Selbstbewusstsein in Ehren, aber Rose ist klar, dass die Mannschaft von Trainer Hans-Ulrich Thomale auch in der neuen Runde wieder scheitern kann. Angesichts der exorbitanten Investitionen des 1. FC Eschborn geht Kassel nur als Außenseiter ins Titelrennen, auch wenn Rose sagt, "dass viele gute Einzelspieler noch keine gute Mannschaft machen". Frust ob der ungleichen Verhältnisse - der Kasseler Oberligaetat ist mit 400 000 Euro weniger als halb so hoch wie der von Eschborn - hegt der Kasseler Clubchef nicht: "Was Eschborn macht, ist legitim."
In Kassel mussten sie dagegen außergewöhnliche Methoden anwenden, um beispielsweise ihren besten Spieler der abgelaufenen Saison, Slawomir Chalaskiewicz, zu halten. Der 40 Jahre alte ehemalige Bundesligaprofi von Hansa Rostock wollte im Spätherbst seiner Karriere noch einmal Kasse machen "und hat auf ein wunderbares Angebot gehofft", sagt Rose. Kassel ließ sich jedoch nicht auf einen Poker ein, auch wenn man dem Polen am Ende finanziell entgegenkam. "Die Fans haben Geld auf den Tisch gelegt", verrät Rose. Ein Dauerkartenbesitzer spendierte 10 000 Euro, um den Verein bei der Finanzierung von Chalaskiewicz zu unterstützen, der Fanclub Südhessen überweist in der kommenden Saison 400 Euro pro Monat für das Gehalt des Spielmachers. Zudem hat der Verein in Torhüter Zoran Zeljko, Kapitän Thorsten Schönewolf, Torjäger Thorsten Bauer sowie dessen Sturmkollegen Julio Cesar sämtliche anderen Stützen des Teams halten können. Und da in den regionalligaerfahrenen Carsten Schönefeld (1. FC Eschborn) und Sven Teichmann (Chemnitzer FC) sowie in Oberliga-Torjäger Nima Latifiahvas (KSV Baunatal) drei renommierte Kräfte hinzukamen, hält Rose die neue Kasseler Mannschaft für "gleichmäßiger besetzt als vorher".
Ob das reicht, um Eschborn im Titelrennen auszubremsen, wird sich zeigen. Jens Rose ist Optimist. Der Quell seiner Zuversicht ist ausgerechnet der 1. FC Eschborn. "Die haben vor einem Jahr mit Willen und Teamgeist Vereine mit mehr Geld hinter sich gelassen."