Viel Glück Mario
Verfasst: 21. Feb 2004, 17:47
Mario Wörmann kickt ab 2005 für Werder Bremen
"Eines Tages in der Bundesliga spielen"
von Uli Klein
BAD WILDUNGEN/BREMEN. Bad Wildungen, Kassel und Bremen - das sind die fußballerischen Stationen von Mario Wörmann. Der zwölfjährige Torwart im Trikot des KSV Hessen wechselt ab dem kommenden Jahr in das vereinseigene Fußballinternat des SV Werder. Das Ziel des ambitionierten Nachwuchskeepers: "Ich möchte einmal in der Bundesliga spielen."
Wörmann hat vor kurzem einen mehrtägigen Trainings- und Sichtungsaufenthalt in Bremen absolviert. Während dieser Zeit stand der Zwölfjährige bei einem Hallenturnier und während eines Feldspiels für die Werderjugend zwischen den Pfosten. "Beim Training habe ich gedacht, er packt das Ganze nicht", sagt Vater Karl-Heinz Wörmann. Über eine Stunde lang hätten ihm die Spieler der U15 die Bälle aufs Tor gehämmert. Doch Mario bestand auch diese Härteprüfung, genauso wie spezielle Trainingseinheiten unter der Leitung von Christian Lampke, Torsten Bolder, Horst Dieter Höttges und Harald Albrecht.
Die Übungsleiter seien von den Leistungen seines Sohnes überzeugt gewesen. Karl-Heinz Wörmann: "Sie halten ihn für eines der größten Torwarttalente seines Jahrganges." Voraussichtlich ab Sommer des kommenden Jahres wird Mario Wörmann nach Bremen umziehen.
Mit dem Wechsel von seinem jetzigen Club, dem KSV Hessen Kassel, zum SV Werder Bremen ist auch ein schulischer Wechsel verbunden. "Ich werde nicht mehr das Bad Wildunger Gustav-Stresemann-Gymnasium besuchen sondern das vereinseigene Wilhelm-Scharnow-Internat." Die Einrichtung ist unter dem Dach des Weser-Stadions untergebracht. "Wenn er aus einem der Zimmer über der VIP-Tribüne nach draußen guckt, dann blickt er direkt auf den grünen Stadionrasen", ergänzt Karl-Heinz Wörmann.
In der Talentschmiede werden 20 Jugendliche rund um die Uhr intensiv betreut. "In unserem Internat werden nur die weltweit stärksten und vielversprechendsten Nachwuchstalente aufgenommen und sportlich, schulisch wie auch später beruflich gefördert", berichtet eine Vereinssprecherin auf Nachfrage der WLZ-FZ. Neben Werder hatten auch andere Bundesligaclubs bei den Wörmanns angeklopft. Ihnen war im vergangenen Herbst der Bad Wildunger bei einem Torwart-Talentwettbewerb in Grünberg aufgefallen.
"Er hat schon einige erfolgreiche Probetrainings bei anderen Bundesligaclubs absolviert, aber seine Wahl ist auf Bremen gefallen", sagt Karl-Heinz Wörmann. "Die haben ein schönes Internat, die Leiterin ist sehr nett und die Trainer legen Wert auf Leistung", erzählt sein Sohn, der nach seinen besonderen Torwartstärken oder Schwächen befragt, selbstbewusst antwortet: "Ich habe keine Schwächen." Dabei sah es zu Beginn seiner jungen Fußballkarriere ganz und gar nicht danach aus.
"Bei seinem ersten Spiel als Stürmer bei den Bambini der SG Bad Wildungen-Friedrichstein hat er sich so dusselig angestellt, dass ich mich geschämt habe und seine nagelneuen Fußballschuhe in den Wäschebach geworfen habe. Du wirst kein Fußballer, hab ich zu ihm gesagt."
Nach dieser für ihn als deprimierend empfundenen Vorstellung meldete Wörmann seinen Sprössling in der Leichtathletikabteilung des Vereins an. Doch Mario wollte nach einem Jahr wieder Fußball spielen.
Als Stürmer mit einem ausgeprägten Torinstinkt stieg der Knirps wieder bei der Bad Wildunger SG ein. "Er hatte aber schon damals ein großes Torwarttalent. Ich habe mit ihm Sondertrainingseinheiten im großen Feldspieltor durchgezogen, denn ich habe selten einen Torwart gesehen, der wie mein Sohn beidseitig so stark ist", bescheinigt Karl-Heinz Wörmann, der während seiner aktiven Fußballzeit unter anderem das Tor beim SV Korbach 09, in der Oberliga Hessen beim FSV Bergshausen und Olympia Kassel hütete. Vom Können seines Sohnes überzeugt, wandte sich der Vater vor einigen Jahren an Jugendtrainer Michael Gibhardt vom KSV Hessen Kassel. "Nach einem Probetraining war er beim KSV und gleichzeitig im DFB-Jugendstützpunkt", erzählt er.
Für die Dauer einer kompletten Saison wird der Bad Wildunger beim KSV Hessen Kassel in der Oberliga-C-Jugend-Mannschaft zwischen den Pfosten stehen. Danach erwartet ihn das Bremer Regionalligateam.
Bis dahin stehen noch viele Trainingseinheiten auf dem Programm, sagt der Zwölfjährige. "Wenn ich nicht in Kassel trainiere oder spiele, dann werde ich von meinem Vater auf dem Sportplatz in Braunau trainiert." Karl-Heinz Wörmann muss nach eigener Aussage den Ehrgeiz seines Sprösslings oft zügeln. "Er will oft mehr Übungen runterspulen, als ich ich es ihm verordnet habe."
Über eins sind sich die Eltern einig. "Wir geben in gewisser Weise unser Kind auf, aber er hat sich für diesen Weg entschieden und wir werden ihn dabei unterstützen." Bis zu seinem Einstieg beim SV Werder bleibt noch einige Zeit. In den kommenden Monaten wird der Zwölfjährige an einigen Wochenenden nach Bremen reisen. "Er soll sich langsam an seine neue Umgebung, das Training und den Verein gewöhnen", sagt sein Vater.
Der bevorstehende Abschied von seinen Klassenkameraden und Freunden fällt dem Fußball-Junior offenbar leicht: "Das Ganze ist es mir wert." Dabei vergisst Mario auch seine Bad Wildunger und Kasseler Jugendtrainer sowie seinen Vater nicht. "Ihnen habe ich sehr viel zu verdanken."
"Eines Tages in der Bundesliga spielen"
von Uli Klein
BAD WILDUNGEN/BREMEN. Bad Wildungen, Kassel und Bremen - das sind die fußballerischen Stationen von Mario Wörmann. Der zwölfjährige Torwart im Trikot des KSV Hessen wechselt ab dem kommenden Jahr in das vereinseigene Fußballinternat des SV Werder. Das Ziel des ambitionierten Nachwuchskeepers: "Ich möchte einmal in der Bundesliga spielen."
Wörmann hat vor kurzem einen mehrtägigen Trainings- und Sichtungsaufenthalt in Bremen absolviert. Während dieser Zeit stand der Zwölfjährige bei einem Hallenturnier und während eines Feldspiels für die Werderjugend zwischen den Pfosten. "Beim Training habe ich gedacht, er packt das Ganze nicht", sagt Vater Karl-Heinz Wörmann. Über eine Stunde lang hätten ihm die Spieler der U15 die Bälle aufs Tor gehämmert. Doch Mario bestand auch diese Härteprüfung, genauso wie spezielle Trainingseinheiten unter der Leitung von Christian Lampke, Torsten Bolder, Horst Dieter Höttges und Harald Albrecht.
Die Übungsleiter seien von den Leistungen seines Sohnes überzeugt gewesen. Karl-Heinz Wörmann: "Sie halten ihn für eines der größten Torwarttalente seines Jahrganges." Voraussichtlich ab Sommer des kommenden Jahres wird Mario Wörmann nach Bremen umziehen.
Mit dem Wechsel von seinem jetzigen Club, dem KSV Hessen Kassel, zum SV Werder Bremen ist auch ein schulischer Wechsel verbunden. "Ich werde nicht mehr das Bad Wildunger Gustav-Stresemann-Gymnasium besuchen sondern das vereinseigene Wilhelm-Scharnow-Internat." Die Einrichtung ist unter dem Dach des Weser-Stadions untergebracht. "Wenn er aus einem der Zimmer über der VIP-Tribüne nach draußen guckt, dann blickt er direkt auf den grünen Stadionrasen", ergänzt Karl-Heinz Wörmann.
In der Talentschmiede werden 20 Jugendliche rund um die Uhr intensiv betreut. "In unserem Internat werden nur die weltweit stärksten und vielversprechendsten Nachwuchstalente aufgenommen und sportlich, schulisch wie auch später beruflich gefördert", berichtet eine Vereinssprecherin auf Nachfrage der WLZ-FZ. Neben Werder hatten auch andere Bundesligaclubs bei den Wörmanns angeklopft. Ihnen war im vergangenen Herbst der Bad Wildunger bei einem Torwart-Talentwettbewerb in Grünberg aufgefallen.
"Er hat schon einige erfolgreiche Probetrainings bei anderen Bundesligaclubs absolviert, aber seine Wahl ist auf Bremen gefallen", sagt Karl-Heinz Wörmann. "Die haben ein schönes Internat, die Leiterin ist sehr nett und die Trainer legen Wert auf Leistung", erzählt sein Sohn, der nach seinen besonderen Torwartstärken oder Schwächen befragt, selbstbewusst antwortet: "Ich habe keine Schwächen." Dabei sah es zu Beginn seiner jungen Fußballkarriere ganz und gar nicht danach aus.
"Bei seinem ersten Spiel als Stürmer bei den Bambini der SG Bad Wildungen-Friedrichstein hat er sich so dusselig angestellt, dass ich mich geschämt habe und seine nagelneuen Fußballschuhe in den Wäschebach geworfen habe. Du wirst kein Fußballer, hab ich zu ihm gesagt."
Nach dieser für ihn als deprimierend empfundenen Vorstellung meldete Wörmann seinen Sprössling in der Leichtathletikabteilung des Vereins an. Doch Mario wollte nach einem Jahr wieder Fußball spielen.
Als Stürmer mit einem ausgeprägten Torinstinkt stieg der Knirps wieder bei der Bad Wildunger SG ein. "Er hatte aber schon damals ein großes Torwarttalent. Ich habe mit ihm Sondertrainingseinheiten im großen Feldspieltor durchgezogen, denn ich habe selten einen Torwart gesehen, der wie mein Sohn beidseitig so stark ist", bescheinigt Karl-Heinz Wörmann, der während seiner aktiven Fußballzeit unter anderem das Tor beim SV Korbach 09, in der Oberliga Hessen beim FSV Bergshausen und Olympia Kassel hütete. Vom Können seines Sohnes überzeugt, wandte sich der Vater vor einigen Jahren an Jugendtrainer Michael Gibhardt vom KSV Hessen Kassel. "Nach einem Probetraining war er beim KSV und gleichzeitig im DFB-Jugendstützpunkt", erzählt er.
Für die Dauer einer kompletten Saison wird der Bad Wildunger beim KSV Hessen Kassel in der Oberliga-C-Jugend-Mannschaft zwischen den Pfosten stehen. Danach erwartet ihn das Bremer Regionalligateam.
Bis dahin stehen noch viele Trainingseinheiten auf dem Programm, sagt der Zwölfjährige. "Wenn ich nicht in Kassel trainiere oder spiele, dann werde ich von meinem Vater auf dem Sportplatz in Braunau trainiert." Karl-Heinz Wörmann muss nach eigener Aussage den Ehrgeiz seines Sprösslings oft zügeln. "Er will oft mehr Übungen runterspulen, als ich ich es ihm verordnet habe."
Über eins sind sich die Eltern einig. "Wir geben in gewisser Weise unser Kind auf, aber er hat sich für diesen Weg entschieden und wir werden ihn dabei unterstützen." Bis zu seinem Einstieg beim SV Werder bleibt noch einige Zeit. In den kommenden Monaten wird der Zwölfjährige an einigen Wochenenden nach Bremen reisen. "Er soll sich langsam an seine neue Umgebung, das Training und den Verein gewöhnen", sagt sein Vater.
Der bevorstehende Abschied von seinen Klassenkameraden und Freunden fällt dem Fußball-Junior offenbar leicht: "Das Ganze ist es mir wert." Dabei vergisst Mario auch seine Bad Wildunger und Kasseler Jugendtrainer sowie seinen Vater nicht. "Ihnen habe ich sehr viel zu verdanken."