Verfasst: 3. Mai 2003, 17:10
<b>Jetzt soll Salov die Viktoria noch retten</b>
Aschaffenburg - Fünf Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Oberliga Hessen überschlagen sich bei Viktoria Aschaffenburg einmal mehr in dieser turbulenten Saison die Ereignisse. In einer Blitzaktion hat der stark abstiegsgefährdete Verein Trainer Bernd Gramminger entlassen und durch Nenad Salov ersetzt. Zugleich wurden Torhüter Andreas Krznar und Mittelfeldspieler Markus Wolf gefeuert.
»Wir waren der Meinung, dass es nötig ist, noch etwas zu tun und neue Spannung in die Mannschaft zu bringen«, erklärte Präsident Herbert Euler die Entscheidung einen Tag vor dem richtungweisenden Heimspiel gegen den KSV Baunatal. Gramminger war erst seit knapp acht Wochen verantwortlicher Trainer. Schon bei der Anfang März vollzogenen Ablösung von Antonio Abbruzzese wollte das Präsidium Salov als neuen Coach installieren, scheiterte aber am Widerstand der Mannschaft. »Aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, unseren Willen durchzusetzen«, räumte Euler ein.
Unter Gramminger startete die Mannschaft zwar mit drei Siegen, danach blieb der Erfolg aus. Niederlagen in Marburg und gegen Bernbach sowie Punktverluste in Neukirchen und Lohfelden, jeweils nach 2:0 Führung, verschärften die Abstiegsgefahr. Nach der Partie in Lohfelden dachten die Verantwortlichen erstmals an einen erneuten Trainerwechsel. Als die Mannschaft trotz des Pokalsieges am Mittwoch gegen Ober-Roden wieder nicht überzeugte, war Grammingers Zeit abgelaufen.
Dieser bezeichnete die Maßnahmen des Präsidiums als »kopflos, hirnlos und saudumm. Wie kann ich denn einen Tag vor einem möglicherweise entscheidenden Spiel den Trainer und zwei wichtige Spieler entlassen?« Insbesondere im Tor werde die Viktoria ein großes Problem bekommen, da auch der zweite Keeper, Michael Pelz, beruflich nicht zur Verfügung stünde. Er selbst werde natürlich auch nicht auflaufen, so Gramminger der abschließend auf seine Bilanz verwies: Vier Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen
Der 46-jährige Nenad Salov war zu Zweitligazeiten Spieler bei der Viktoria und danach kurze Zeit auch Trainer. Im März vorigen Jahres präsentierte ihn die Viktoria als sportlichen Leiter, ehe er nach wenigen Wochen das Handtuch warf und als Trainer zum Regionalligisten SV Babelsberg wechselte. Dort wurde er im Herbst wegen anhaltender Erfolglosigkeit entlassen. Nach Edgar Nix, Abbruzzese und Gramminger ist er der vierte Aschaffenburger Trainer in dieser Saison. »Die Entscheidung für Salov war logisch, denn ab der neuen Runde wäre er sowieso Cheftrainer geworden«, bestätigte Euler.
Gleichzeitig wurden gestern Torhüter Krznar und Mittelfeldspieler Wolf entlassen. Mit beiden Akteuren wurden, ebenso wie mit den vor einer Woche gefeuerten Kai Giersch und Dominik König Auflösungsverträge unterzeichnet. »Jetzt haben wir absolute Ruhe in der Mannschaft«, sehen Euler und der sportliche Leiter Lothar Reuling in den Rauswürfen vor allem eine Stärkung des Betriebsklimas. Sie zogen damit eine direkte Verbindung zwischen der offenbar im Kader herrschenden großen Unruhe und den letzten sportlichen Leistungen. Euler: »Die Mannschaft war einfach disziplinlos.« Der neue Trainer habe erklärt, dass er mit Krznar und Wolf keinesfalls zusammenarbeiten wolle, da er »Ruhe in der Mannschaft« benötige. Vor allem Krznar war beim Vorstand vor acht Wochen in Ungnade gefallen, als er bei den Wirren um die Ablösung Abbruzzeses als Wortführer hervortrat. Beide Spieler wiesen die Vorwürfe des Präsidiums zurück. Sie hätten sich ausschließlich mit Blick auf den Erfolg des Vereins und der Mannschaft engagiert.
Salov leitete gestern abend sein erstes Training. »Der Wille in der Mannschaft ist da, aber der Wille allein wird nicht ausreichen«, macht er sich über die Schwere der Aufgabe keine Illusionen. Jetzt gehe es vor allem darum, dass die Spieler den Kopf frei bekämen. »Kurzfristig ist natürlich nicht viel zu ändern, es wäre auch utopisch, neue taktische Varianten auszuprobieren.« Änderungen in der Aufstellung wollte er dagegen nicht ausschließen. Zwei Stunden vor dem heutigen Spiel hält Salov seine erste Mannschaftssitzung ab und wird die endgültige Aufstellung bekannt geben.
Klaus Gast
(Quelle: Main-Echo; 03.05.2003)
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Nach der 2:6-Niederlage gegen den KSV Baunatal hat es wohl alles nichts gebracht für Viktoria Aschaffenburg...
Aschaffenburg - Fünf Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Oberliga Hessen überschlagen sich bei Viktoria Aschaffenburg einmal mehr in dieser turbulenten Saison die Ereignisse. In einer Blitzaktion hat der stark abstiegsgefährdete Verein Trainer Bernd Gramminger entlassen und durch Nenad Salov ersetzt. Zugleich wurden Torhüter Andreas Krznar und Mittelfeldspieler Markus Wolf gefeuert.
»Wir waren der Meinung, dass es nötig ist, noch etwas zu tun und neue Spannung in die Mannschaft zu bringen«, erklärte Präsident Herbert Euler die Entscheidung einen Tag vor dem richtungweisenden Heimspiel gegen den KSV Baunatal. Gramminger war erst seit knapp acht Wochen verantwortlicher Trainer. Schon bei der Anfang März vollzogenen Ablösung von Antonio Abbruzzese wollte das Präsidium Salov als neuen Coach installieren, scheiterte aber am Widerstand der Mannschaft. »Aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, unseren Willen durchzusetzen«, räumte Euler ein.
Unter Gramminger startete die Mannschaft zwar mit drei Siegen, danach blieb der Erfolg aus. Niederlagen in Marburg und gegen Bernbach sowie Punktverluste in Neukirchen und Lohfelden, jeweils nach 2:0 Führung, verschärften die Abstiegsgefahr. Nach der Partie in Lohfelden dachten die Verantwortlichen erstmals an einen erneuten Trainerwechsel. Als die Mannschaft trotz des Pokalsieges am Mittwoch gegen Ober-Roden wieder nicht überzeugte, war Grammingers Zeit abgelaufen.
Dieser bezeichnete die Maßnahmen des Präsidiums als »kopflos, hirnlos und saudumm. Wie kann ich denn einen Tag vor einem möglicherweise entscheidenden Spiel den Trainer und zwei wichtige Spieler entlassen?« Insbesondere im Tor werde die Viktoria ein großes Problem bekommen, da auch der zweite Keeper, Michael Pelz, beruflich nicht zur Verfügung stünde. Er selbst werde natürlich auch nicht auflaufen, so Gramminger der abschließend auf seine Bilanz verwies: Vier Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen
Der 46-jährige Nenad Salov war zu Zweitligazeiten Spieler bei der Viktoria und danach kurze Zeit auch Trainer. Im März vorigen Jahres präsentierte ihn die Viktoria als sportlichen Leiter, ehe er nach wenigen Wochen das Handtuch warf und als Trainer zum Regionalligisten SV Babelsberg wechselte. Dort wurde er im Herbst wegen anhaltender Erfolglosigkeit entlassen. Nach Edgar Nix, Abbruzzese und Gramminger ist er der vierte Aschaffenburger Trainer in dieser Saison. »Die Entscheidung für Salov war logisch, denn ab der neuen Runde wäre er sowieso Cheftrainer geworden«, bestätigte Euler.
Gleichzeitig wurden gestern Torhüter Krznar und Mittelfeldspieler Wolf entlassen. Mit beiden Akteuren wurden, ebenso wie mit den vor einer Woche gefeuerten Kai Giersch und Dominik König Auflösungsverträge unterzeichnet. »Jetzt haben wir absolute Ruhe in der Mannschaft«, sehen Euler und der sportliche Leiter Lothar Reuling in den Rauswürfen vor allem eine Stärkung des Betriebsklimas. Sie zogen damit eine direkte Verbindung zwischen der offenbar im Kader herrschenden großen Unruhe und den letzten sportlichen Leistungen. Euler: »Die Mannschaft war einfach disziplinlos.« Der neue Trainer habe erklärt, dass er mit Krznar und Wolf keinesfalls zusammenarbeiten wolle, da er »Ruhe in der Mannschaft« benötige. Vor allem Krznar war beim Vorstand vor acht Wochen in Ungnade gefallen, als er bei den Wirren um die Ablösung Abbruzzeses als Wortführer hervortrat. Beide Spieler wiesen die Vorwürfe des Präsidiums zurück. Sie hätten sich ausschließlich mit Blick auf den Erfolg des Vereins und der Mannschaft engagiert.
Salov leitete gestern abend sein erstes Training. »Der Wille in der Mannschaft ist da, aber der Wille allein wird nicht ausreichen«, macht er sich über die Schwere der Aufgabe keine Illusionen. Jetzt gehe es vor allem darum, dass die Spieler den Kopf frei bekämen. »Kurzfristig ist natürlich nicht viel zu ändern, es wäre auch utopisch, neue taktische Varianten auszuprobieren.« Änderungen in der Aufstellung wollte er dagegen nicht ausschließen. Zwei Stunden vor dem heutigen Spiel hält Salov seine erste Mannschaftssitzung ab und wird die endgültige Aufstellung bekannt geben.
Klaus Gast
(Quelle: Main-Echo; 03.05.2003)
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Nach der 2:6-Niederlage gegen den KSV Baunatal hat es wohl alles nichts gebracht für Viktoria Aschaffenburg...