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Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 10:31
von Frosch
PYROTECHNIK LEGALISIEREN!
Eine gemeinsame Erklärung deutscher Ultràgruppen

Fußballdeutschland: Es ist Zeit endlich einmal ernsthaft über Pyrotechnik zu reden. Es ist Zeit, dass in dieser bislang einseitig geführten Diskussion nicht nur diejenigen zu Wort kommen, die in Deutschlands Stadien am liebsten ein Publikum wie im Theater hätten. Oder diejenigen, die Pyrotechnik mit Randale gleichsetzen und denen dabei nur der Sinn danach steht ihre Quote oder Auflage zu steigern. Oder noch eine absurde Sicherheitsregel durchzuboxen. Es ist Zeit, dass diejenigen zu Wort kommen, die beim Thema Pyrotechnik in den Schlagzeilen auftauchen und über die geurteilt wird: Wir Ultras.

Wir finden Pyrotechnik gut!
Das wollen wir gleich zu Beginn klarstellen. Aber nicht etwa zur Untermalung eines möglichst martialischen Auftretens. Nein! Das ist keine heuchlerische Verlautbarung, um es denjenigen recht zu machen, die unsere Vorstellung von Fußball nicht teilen und bekämpfen. Wir wollen Bengalische Feuer, Rauchtöpfe, etc. beim Einlaufen der Mannschaften, nach dem Tor, bei besonderen Gesängen und als Choreos. Denn: Wir sind Anhänger einer lebendigen und fröhlichen Pyrotechnik. Wir lieben die einzigartige Atmosphäre, wenn die Mannschaften auf den Platz kommen und von rotem Leuchten unter Flutlicht begleitet werden. Wir lieben die Emotionen, die mit einem Freudenfeuer nach dem Tor verbunden sind. Wir lieben es, wenn die Kurve in einem Meer aus Farben untergeht. Wir lieben die Pyrotechnik, so wie wir unsere Zaunfahnen, Choreographien, Gesänge lieben. Und: wir werden sie uns nicht nehmen lassen. Bengalische Feuer und die bunten Farben des Rauches sind feste Bestandteile der Fankultur. Für uns ist Pyrotechnik ein Mittel, um Feierstimmung zu schaffen, ein Teil der oft zitierten südländischen Atmosphäre!

Verantwortung
Pyrotechnik geht einher mit Verantwortung. Wir wissen um die Risiken, die der Einsatz von Pyrotechnik mit sich bringt. Bei verantwortungs- bewusstem und vernünftigem Umgang sind diese Risiken allerdings auf ein Minimum reduzierbar, auch das ist unser Ziel.

Für uns als Unterzeichner heißt das:
- Schluss mit Böllern, Kanonenschlägen und sonstigen Knallkörpern. Die Dinger sind klein und fies,
weil niemand auf den Schlag vorbereitet ist. Und Feierstimmung schaffen sie auch nicht.
- Pyrotechnik gehört in die Hand, auf keinen Fall in die Luft und nach Möglichkeit nicht auf den Boden. Leuchtspurgeschosse sind ebenso tabu wie die „Entsorgung“ von Bengalischen Feuern in den Innenraum, auf’s Spielfeld oder in Nachbarblöcke.

Dazu bedarf es der Schaffung von Möglichkeiten, die einen gewissenhaften Umgang unsererseits ermöglichen. In der aktuellen Situation dreht sich die Spirale in einer Mischung aus Strafen und Gefährdung immer weiter. Um ihr nachhaltig zu entkommen, muss die Pyrotechnik heraus aus dem Schatten der Kriminalität gelöst werden. Denn aus Angst vor Bestrafung werden Bengalische Feuer teilweise vermummt und eingeengt zwischen vielen Fans sofort nach dem Zünden auf den Boden oder in scheinbar freie Bereiche geworfen, das erhöhte Gefahrenpotential gegenüber einem kontrollierten und legalisierten Abbrennen in der Hand ist offensichtlich. Die Strafverfolgung verfehlt also seit Jahren ihr Ziel, die Stadien sicherer zu machen. Das Ziel muss schließlich selbstregulierender Umgang der Kurven sein.

Wir fordern daher:
- Schaffung von Rahmenbedingungen für legales Abbrennen von Pyrotechnik in unseren Kurven
- Eigenverantwortung für Fanszenen und Vereine

Pyrotechnik ist Leidenschaft!
Wir als Unterzeichner stellen uns diesem Anspruch. Auch wenn diese Meinung nicht von allen geteilt wird. Auch wenn es Leute gibt, die selbst unsere Vorstellung von Pyrotechnik von dieser Erde getilgt sehen wollen. Auch wenn es Leute gibt, die Pyrotechnik auf eine Art und Weise einsetzen, die nicht in unserem Sinne ist. Wir können nicht die Verantwortung für jeden übernehmen, der mit einem Schal in den Farben unseres Vereins unterwegs ist. Wir stellen uns unseren eigenen Ansprüchen und Zielen und wir machen unseren Einfluss dafür geltend.

Unterstützer
Aachen – Aachen Ultras
Aue – Fialova Sbor
Aue – Ultras Aue
Augsburg – Legio Augusta
Berlin – Harlekins
Bielefeld – Lokal Crew
Braunschweig – Cattiva Brunsviga
Burghausen – Ultras Black Side
Chemnitz – Ultras Chemnitz
Dortmund – Desperados 99
Dortmund – The Unity
Dresden – Ultras Dynamo
Erfurt – Erfordia Ultras
Essen – Ultras Essen
Freiburg – Natural Born Ultras
Freiburg – Wilde Jungs
Gelsenkirchen – Ultras Gelsenkirchen
Halle – Saalefront
Hamburg – Chosen Few Hamburg
Hamburg – Poptown
Hannover – Ultras Hannover
Jena – Horda Azzuro
Kaiserslautern – Frenetic Youth
Kaiserslautern – Pfalz Inferno
Karlsruhe – Ultra 1894 Karlsruhe
Kassel – Scena Chassalla 913
Köln – Boyz Köln
Köln – Coloniacs
Köln – Wilde Horde 96
Köpenick – Hammerhearts Union
Köpenick – Wuhlesyndikat
Krefeld – Ultras Krefeld
Lübeck – Boys United
Lübeck – Ultra Kollektiv Lübeck
Magdeburg – Block U 1.FC Magdeburg
Mainz – Ultra Szene Mainz
Mönchengladbach – Obsession Ultrà
München – Schickeria München
Münster – Deviants Ultras
Nürnberg – Ultras Nürnberg 1994
Oberhausen – Semper Fidelis
Offenbach – Boys Offenbach
Osnabrück – Violet Crew
Reutlingen – Szene E
Saarbrücken – Boys Saarbrücken
Siegen – Turnschuhcrew Siegen
Stuttgart / Kickers – Blaue Bomber
Stuttgart / Kickers – MARA Kickers
Stuttgart / Vfb – Commando Cannstatt 1997
Trier – Insane Ultra
Ulm – Supporters Ulm
Wolfsburg – Weekend Brothers
Würzburg – B-Block Würzburg
Zwickau – Red Kaos 1997
Von der SC-Homepage!

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 20:38
von firehouse
Bild

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 20:54
von blumi
Würden alle Ultras mal bei den Themen Fangewalt, Aussendarstellung, (Bier-)Preise, DFB-Hoheit, 4.-Liga etc so zusammenstehen, wie bei dem Thema Bengalos, das kaum einen interessiert, hätten wir als Fans sicher ne breite Offensive...

In diesem Sinne: Fackelt nicht lange und macht euch mal über wichtige Themen gedanken... Auf das der Funke auch auf relevante Themen überspringt...

Und wie dämlich ist das denn:

Wir wollen und fordern zwar den legalisiereten umgang mit solchen effekten, distanzieren uns aber gleich mal von dem unsachbemässen gebrauch der dinger??? Wie will man denn sonst das zeug legalisieren, wenn für deren gebrauch keiner die verantwortung übernimmt? und kommt mir nicht mit eigenverantwortlichkeit, dann kann man auch waffen erlauben, un^d derjenige der den finger krümmt gehört nicht zur fanszene...^^ oder ist dumm genug, das teufelswerk mit ins stadion zu bringen...^^

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 21:32
von MW
Vorneweg gesagt: Ich halte Pyro sicher nicht automatisch für ein Verbrechen.
ABER: Ein Aufruf in dem von verantwortungsvollem Umgang mit Pyro geredet wird wirkt eher lächerlich, wenn er von Ultras aus Dresden oder noch schlimmer Rostock unterzeichnet ist.Also von jenen Matschbirnen,die vor wenigen Wochen erst Pyro bis vor die Füße der Einlaufkinder gefeuert haben.Solche Idioten haben doch dafür gesorgt das Pyro von der Öffentlicheit als Waffe gesehen wird.

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 21:38
von firehouse
Ich gehe von Pyro als Stimmungs(macher) aus!
Wenn ich im TV, Bilder aus der Türkei,Griechenland
etc. sehe...Wird`s warm ums Herz!

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 22:03
von blumi
Das könnte daran liegen, das den Fans auch ganz warm ums herz wird... weil denen die KIK oder Takko-jeans grade abfackelt...

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 2. Dez 2010, 23:42
von boogie
Pyrotechnik ist kein Stimmungsmacher oder singen die Dinger heutzutage schon?

Nen hüpfender, singender Fanblock erweckt in mir jedenfalls mehr Emotionen!

Re: Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren!

Verfasst: 3. Dez 2010, 08:37
von hessen-charlie
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Eintracht in der Krise

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Es war harmonischer als befürchtet. Die Mitglieder bei der Hauptversammlung der Spatzen wollten nicht über die Vergangenheit streiten - sie demonstrierten vielmehr Eintracht in schwierigsten Zeiten.

Die Zahl derer, die einen Insolvenzverwalter in ihrem Freundeskreis haben, ist überschaubar. Folglich waren die über 100 Anwesenden, die zur Hauptversammlung des SSV Ulm 1846 Fußball e.V. in die überfüllte Gaststätte am Bad gekommen waren, auf das "unbekannte Wesen" Professor Martin Hörmann gespannt wie ein Flitzebogen.

Als die Zusammenkunft nach ziemlich genau zwei Stunden beendet war, nahmen alle Mitglieder eine einmütige Erkenntnis mit nach Hause: Für den in Gögglingen wohnhaften Rechtsanwalt ist die Rettung des maroden Regionalligisten mehr als nur ein Auftrag - eine hohe Hürde, die er mit Hingabe zu meistern versucht.

Dank Hörmann nahm die Zusammenkunft, die einiges an Zündstoff erwarten ließ, einen unverhofft friedfertigen Verlauf. Dem Insolvenzverwalter gelang es nicht nur, der Versammlung die Nibelungentreue zu den Spatzen herauszukitzeln ("Es bringt nichts, sich zu zerfleischen") - ohne seine geschickte Strategieführung wäre das Präsidium für das Spieljahr 2009/2010 vermutlich nicht entlastet worden. Letztlich wurden 43 Stimmen dafür und 15 dagegen bei 31 Enthaltungen abgegeben.

Präsident René Mick, dessen Stellvertreter Mario Meuler und Thomas Hehnle "aus beruflichen Gründen" nicht anwesend waren, hatte sich vor dem Votum in Gedanken schon auf eine verweigerte Entlastung eingestellt. Doch Hörmann schaffte es auch, zwei Andersdenkende, die sich mit kritischen Beiträgen meldeten, ins gemeinsame Boot zu holen: "Ihre Wortmeldungen beweisen doch, dass Ihnen der Verein nicht gleichgültig ist."

Aufsichtsrats-Vorsitzender Gustav Malejko, der die Versammlung leitete, schöpfte denn auch gleich einen Kübel voll neuer Hoffnung. "Wir sind für jeden Investor eine interessante Braut", befand er. Doch an dieser Stelle bremste selbst der Insolvenzverwalter. "Die Wahrnehmung von außen ist doch, dass es im SSV Ulm 1846 nur Luftpumpen gibt", schilderte Martin Hörmann. "Ich kann keine Garantie übernehmen, dass der Verein gerettet wird - um die Insolvenz abzuwenden, wie dies bei Darmstadt 98 gelungen ist, muss sich in der knappen Zeit bis zum Jahresende viel bewegen."

Wirtschaftskrise und Wettskandal machte Präsident Mick in seinem Rechenschaftsbericht für die finanzielle Situation hauptverantwortlich, die am Ende der Saison 2009/2010 zu einem Kapitalfehlbetrag von 476 466 Euro in der Jahresschlussbilanz geführt haben. Hinzu kamen ein wesentlicher Rückgang bei den Einnahmen durch Sponsoren und Zuschauer, was in der Folge schließlich zur Insolvenzeröffnung führte. "Wir haben keine Verbindlichkeiten bei Banken, sondern gegenüber Dritten", erklärte Mick, der zugab: "Irgendwo hat uns das Netzwerk gefehlt, um Sponsoren aufzutreiben." Selbstkritisch räumte er ein: "Wir haben es nicht geschafft, das Umfeld zu mobilisieren. Das müssen wir uns vorwerfen."

Ab sofort kann der Vorstand in seiner wirtschaftlichen Handlungweise nichts mehr tun, klärte Martin Hörmann die Mitglieder auf und demonstrierte äußerst moderat, wer ab sofort beim SSV 46 das Sagen hat. Beispiel hierfür: Über den von Mick zur Abstimmung vorgetragenen Tagesordungspunkt, die Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft, wurde nicht befunden. "Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich das als nicht erforderlich", sagte Hörmann und machte den Vorschlag: "Wenn ein Investor kommt, können die Mitglieder über dieses Thema immer noch entscheiden".

Über den weiteren Zeitplan ließ Hörmann wissen, dass er bis zum Jahresende Klarheit über die finanzielle Situation haben wird. "Zur Zeit werden die Insolvenzforderungen ermittelt", erklärte Hörmann, der dabei von drei Kollegen aus der Kanzlei Anchor tatkräftig unterstützt wird. Zum 1. Januar 2011 will Hörmann dann Klarheit haben, ob das Verfahren eröffnet wird. Mit seinem Schlusswort, "Gedanken an einen Misserfolg sollten wir ausblenden", machte der Insolvenzverwalter der Versammlung auf seine eigene sympathische Art Mut.