In der Tat, wo soll man anfangen bei dem Kerle. Gibt ja im Grunde nichts, was noch nicht gesagt und keinen Superlativ, der mit ihm nicht in Verbindung gebracht wurde. Ich werde mal nicht chronologisch ein paar Daten nennen, die mir so in den Sinn kommen.
Da wäre zunächst der 26.03.2009, insbesondere Robin wird sich an seinen 19. Geburtstag mindestens ebenso gut erinnern wie meinereiner. Nach dem umkämpften 2:2 im Hinspiel sind die Rollen an diesem Tag im Grunde klar verteilt: Es ist Derby und der KSV kann gar nicht anders als gewinnen. Und genau das ist an diesem Tag passiert, was letzten Endes einen Grund hatte: Thorsten Bauer. Minute 6, Minute 41, Minute 43. Der KSV hat direkt nach Kevin Wölks Platzverweis in Person von Thorsten Bauer binnen vier Minuten das Kapitel des Tages beendet. Kennt ihr noch dieses Gefühl, dass der KSV in einem Spiel geführt hat und man wusste, dass da nichts mehr anbrennen wird? Ist lange her, nicht wahr? Aber genau dieses Gefühl war es. In der zweiten Halbzeit spielte übrigens ein gewisser Christopher Nguyen gegen uns, einer der wenigen Lichtblicke der Lilien in der zweiten Hälfte. Aber auch er konnte da nichts mehr ausrichten, eine ganze Halbzeit lang feierte sich ein Stadion, eine Mannschaft, eine Region einfach nur selbst. Gegen die sonst immer so unbequem zu spielenden Tulpen, ausgerechnet.
Ich erinnere mich an den 28.04.2007, Siegener Leimbachstadion. "Wenn ich schon hier hin fahre, dann gewinnen wir gefälligst auch." Oh ja, was ist gemeckert worden über die Polizeikontrollen und das Siegerland im Allgemeinen, aber das Spiel ist auch noch größtenteils auf meiner Festplatte. Das Gegenteil des vorher beschriebenen Derbys, hat man hier die rste Hälfte verschenkt - absolut nichts auf die Reihe gekriegt. Um dann vielleicht das Dominanteste zu sehen, was ich jemals in einem Fußballstadion live erleben durfte. Das Mittelfeld mit Klinger, Dickhaut, Beyer, Fießer und Berger entschied sich mit dem Wiederanpfiff dazu, den Gegner einfach mal kaputtzuspielen. Und tat es, mit einem Ballbesitz von 83%. Gegner damals war übrigens ein gewisser Enrico Gaede, bei dem es aber schon absehbar war, dass Siegen und er in der nächsten Saison getrennte Wege gehen würden. Man weiß, wie es kam. Und man weiß auch, wer natürlich zum 1:2 wieder mal richtig stand. Es war der Treffer zum Klassenerhalt, wenn noch nicht rechnerisch, so doch gefühlt.
Man kann sich darauf einrichten, so jemanden die nächsten Jahrzehnte nicht mehr zu sehen. Und es ist bezeichnend, dass er auch ohne im Kader zu stehen das Spiel machen wird, nachdem dieser Verein ein neues Kapitel aufschlagen wird. Und auf irgendeiner Seite wird wohl auch sein Name wieder stehen.
