Eckart Lukarsch hat geschrieben:Sachliche Kritik und wohlwollende Analyse, das Aufzeigen von Fehlern und Fehlentwicklungen ... all das ist Ok. Aber wir sollten darauf achten, mehr zu unterstützen als zu kritisieren, mehr Wohlwollen zu investieren als abzuziehen und so pathetisch es auch klingt, mehr Liebe zu geben als Hass und Unfrieden zu säen.
Hier stimme ich mit dir völlig überein und ich bin ganz sicher, dass 85% - gerade des harten und im Prinzip wohlwollenden Kerns - dies so sehen. Das setzt allerdings voraus, dass ich persönlich und die anderen 85% derartig leidensfähig bin/sind, aufgrund der Vereinsidentifikation, alles ertragen zu können und zu wollen. Ich kann das nicht mehr. Sorry. Das habe ich in den letzten Wochen mehr als einmal geschrieben und ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas schreiben kann und muss. Wie hat mich der Stehplatznörgler skizziert? Als Teil des erodierenden KSV-Fundaments. Da hat er verdammt noch einmal recht.
Ich skizziere mal ein alternatives Maiszenario:
Es gibt eine Pressekonferenz.
Die Hauptakteure sind Lepore, Hock, Schönewolf, Lassen, Gaede und Bauer. Thema: Die perspektivische Zukunft und Ausrichtung des KSV. Die Beteiligten schildern das Dilemma. Die finanziell unsichere Ausgangsplanung und die sich hieraus ableitende Konsequenz für die laufende und übernächste Saison. Der Verein ist sich der fürchterlichen Wirkung der Abwärtsspirale bewusst und muss
offen voraussichtlich eingestehen, dass er in der laufenden Saison nicht die notwendigen Mittel haben wird, um ähnlich offensiv wie zuletzt um die Meisterschaft mitspielen zu können. Er versucht es und deshalb setzt er ausschließlich auf junge Talente (auch aus der Region), die "alte" oder jüngere Korsettstangen mit laufenden Verträgen (Bauer, Zepek, Damm, Gaede, Mayer, Koitka) ergänzen. Dabei sollen die jüngeren Spieler Schritt für Schritt die ältere Generation ersetzen, um in der Saison 2012/2013 ernsthaft um die beiden Relegationsplätze im Süden ein Wörtchen mitreden zu können. Auch eine Veränderung des "Spielsystems" soll damit verbunden werden (was das auch immer ist). Da der Verein jedoch die Kritik und Unzufriedenheit der Fans ernst nimmt, bewirbt er sich für die Regionalliga Nord für die Spielzeit 2011/12.
Selbst wenn es den letzten Satz nicht gegeben hätte, würde sich hier nur eine verschwindende Minderheit der Immernörgler zu Wort melden und Personalkonsequenzen einfordern. Offen hätte man miteinander kommuniziert. Alles wäre klar.
Die Form meines Szenarios ist für mich so realistisch und selbstverständlich, dass ich eigentlich immer mehr den Eindruck habe, dass das, was ich derzeit erlebe, nur die Ausgeburt meiner kranken Phantasie ist und ich tatsächlich in der geschlossenen Abteilung Merxhausens residiere. Vielleicht träume ich ja auch nur und wache gleich wieder auf.
Doch nichts davon. Stattdessen regiert der Alptraum und die traurigste Erkenntnis ist, dass es in diesem Trümmerhaufen, der sich "MANNSCHAFT" nennt oder nannte, dermaßen stinkt und stank, dass man stattdessen drei Kandidaten aussortierte und die Vereinsseele zu Grabe trug. Schönen Dank auch. Diese reale Wahrheit wird dann auch noch unter den Teppich gekehrt und keinerlei Erklärungen werden verbreitet, getreu dem Motto, "wir haben uns jetzt ja alle so lieb". Was soll das? Warum? Ich verstehe es einfach nicht!
schnurz