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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 16. Jan 2013, 21:53
von Nord-Hesse

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 06:31
von sam
Bei uns kein Problem , wir haben eineLaufbahn.
Papierschlangen erlaubt.

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 09:02
von esteban
sam hat geschrieben:Bei uns kein Problem , wir haben eineLaufbahn.
Papierschlangen erlaubt.
Auch brennende? - Papyroschlangen gewissermaßen. ( :wink: )

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 10:56
von bergerjoerg
Ich finde die Diskussion zu dem Thema inzwischen ausgereizt. Alle Seiten haben ihre Argumente vorgebracht, und jede zweifelt die Statistiken der anderen an. Sollte der Innenminister von BW tatsächlich und uneingechränkt behauptet haben, es habe keine Gewalt in den 80ern in den Stadien gegeben, ist das natürlich Unsinn. Eine Tendenz, das die Gewaltbereitschaft in und um Stadien oder generell im Umfeld des Fußballs mehr geworden ist, sehe ich auch, das ist mein subjektiver Eindruck, und andere sehen es eben anders. Etwas platt finde ich allerdings die thematische Frage "Wem gehört der Fußball?". Da gibt es nur eine richtige Antwort: Niemandem.
Fußball kann auf dem Bolzplatz hinter der Schule stattfinden, bei der C-Jugend von Hamborn 07 gegen Speldorf oder bei einem Testspiel der isländischen Frauenfußball-Nationalelf. Kann man mögen, muss man nicht. Die Verbissenheit der Diskussion hat dazu geführt, dass zu viel politiiert und polemisiert wird. Wer meint, dass der Fußball aus Profitgründen verkauft wird, z. B. wie die WM an Qatar oder die Übertragungsrechte an Sky, hat sicher recht. Die DFL ist eben auch ein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen. Ich muss da nicht mitmachen. Ich kaufe kein Premiere-Abo und keine WM-Tickets. Fußball ist überall, da gibt es reichlich Alternativen. Mein Tipp: Bei der Geschäftemacherei einfach nicht mehr mitmachen.
Wenn die Kundschaft ausbleibt, gehen auch die Werbepartner. Dann gehen die Medien. Und Fußball findet, mit weniger Geld in der Kasse, wieder auf'm Patz statt. Die Entwicklung des Fußballs in den letzten Jahrzehnten, mit den gigantischen Gehältern und dem Medienzirkus, ist eine Blase. Irgendwann platzt jede Blase mal. Ich freu mich drauf.

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 15:21
von Schlagge
bergerjoerg hat geschrieben:Ich finde die Diskussion zu dem Thema inzwischen ausgereizt. Alle Seiten haben ihre Argumente vorgebracht, und jede zweifelt die Statistiken der anderen an.
Dennoch hat die Sache noch lange kein Ende gefunden. Es wird weiter Widerstand gegen diese Repressionen geben. Gut so!
bergerjoerg hat geschrieben:Sollte der Innenminister von BW tatsächlich und uneingechränkt behauptet haben, es habe keine Gewalt in den 80ern in den Stadien gegeben, ist das natürlich Unsinn.
Definitiv. Da stimme ich mit Dir überein. Da der ganze Mist von einigen Innenministern initiiert worden ist, werde ich das erste mal seit über 12 Jahren wieder wählen gehen. Protest, versteht sich! Keine harmlose Tuckenpartei, sondern eine wovor sich diese Ratten fürchten. :o
bergerjoerg hat geschrieben:Eine Tendenz, das die Gewaltbereitschaft in und um Stadien oder generell im Umfeld des Fußballs mehr geworden ist, sehe ich auch, das ist mein subjektiver Eindruck, [...]
Bild
Von 1980 bis '83 war ich fast regelmäßig im Auestadion, und da war Gewalt nahezu an der Tagesordnung.
Seit September 2006 gehe ich nach 20 Jahren KSV-Abstinenz wieder regelmäßig ins Stadion und bis auf 2 - 3 Ausschreitungen (außerhalb des Stadions!) ist dort nichts nennenswertes vorgefallen.

Heutzutage wird jeder Pups von der Polizei und den Verbänden registriert, was diese thematisierten Statistiken selbstverständlich stark beeinflusst. Ob Gewalteinwirkung inklusive Verletzungen von Polizisten an Fans oder von Fans an Fans/Polizisten und dergleichen wird dabei nicht differenziert.

Schau Dir einfach mal folgendes Video an. Schau bitte ab Minute 5:00 hochkonzentriert zu und höre aufmerksam dem Interview mit dem "ahlen Gloweskopp" zu, dann verstehst vielleicht auch Du, warum die Gewalt vermeintlich so exorbitant angestiegen ist. :roll:
http://www.myvideo.de/watch/2881720/ksv_vs_hertha_1990
(Solche Szenen habe ich seit meiner "Wiedergeburt als KSV-Fan" (2006) nie erlebt, gesehen und geschweige denn davon gehört.)

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 16:40
von Hartmut
Schlagge hat geschrieben: Heutzutage wird jeder Pups von der Polizei und den Verbänden registriert, was diese thematisierten Statistiken selbstverständlich stark beeinflusst. Ob Gewalteinwirkung inklusive Verletzungen von Polizisten an Fans oder von Fans an Fans/Polizisten und dergleichen wird dabei nicht differenziert.

Schau Dir einfach mal folgendes Video an. Schau bitte ab Minute 5:00 hochkonzentriert zu und höre aufmerksam dem Interview mit dem "ahlen Gloweskopp" zu, dann verstehst vielleicht auch Du, warum die Gewalt vermeintlich so exorbitant angestiegen ist. :roll:
http://www.myvideo.de/watch/2881720/ksv_vs_hertha_1990
(Solche Szenen habe ich seit meiner "Wiedergeburt als KSV-Fan" (2006) nie erlebt, gesehen und geschweige denn davon gehört.)
Naja, ich finde hier werden ganz schön Äppel mit Birnen verglichen! Wir waren damals zweitklassig, heut nur noch viertklassig. Wer sich an die Zäunchen des alten Auestadions erinnern kann, der weiß auch, dass die Dinger schnell gewackelt haben. :lol: Da sind die "Sicherheitsvorkehrungen" im neunen Stadion schon eine ganz andere Klasse. Hinzu kommt, dass wenn wir heute mal ein Spiel gegen eine Mannschaft mit "Anhang" haben, dann gibt es Sicherheitspersonal in ausreichender Anzahl. Meistens. :o Wenn ich an die 80er denke, dann kann ich mich noch gut daran erinnern, dass oft nach der Polizei gerufen wurde ... Ich habe in den letzten Jahren insgesamt zwei Spiele im Profifussball besucht bzw. damit Kontakt gehabt. Bei beiden Spielen hat es "wie blöd" gerappelt bzw. musste man diverse Gruppierungen auseinander- und fernhalten. Zufall??? Wohl eher nicht ...
Ein Spiel war HeLaBa Frankfurt gegen Dortmund. Was sich da bereits am HBF abgespielt hat, unglaublich! Das glaubt dir kein Mensch, wieviele da auf die Ankunft von Dortmund "gewartet" haben um gelebte Gastfreundschaft zu demonstrieren.
Bei dem anderen Spiel waren hunderte (!) schwarz gekleiderter Karlsruher weder auf Hin- und Rückweg, noch in ihrem Block kaum zu halten. Wollten die nur spielen?

Von daher glaube ich, dass die ganze Diskussion einfach nicht differenziert genug ist und von beiden Seiten nicht pauschal alles in einen Topf geschmissen werde sollte.

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 17:22
von Schlagge
Hartmut hat geschrieben:Naja, ich finde hier werden ganz schön Äppel mit Birnen verglichen! Wir waren damals zweitklassig, heut nur noch viertklassig. Wer sich an die Zäunchen des alten Auestadions erinnern kann, der weiß auch, dass die Dinger schnell gewackelt haben. :lol: Da sind die "Sicherheitsvorkehrungen" im neunen Stadion schon eine ganz andere Klasse. Hinzu kommt, dass wenn wir heute mal ein Spiel gegen eine Mannschaft mit "Anhang" haben, dann gibt es Sicherheitspersonal in ausreichender Anzahl. Meistens. :o
Ja, da muss ich Dir uneingeschränkt Recht geben. Heute ist der Gästeblock ja fast das ganze Jahr über leer. Und dass damals ein ganz anderes Kaliber von Gästefans im und am Auestadion verweilten hatte ich zwar im Sinn, aber nicht nieder geschrieben. :roll:

Sind die derzeitigen Bundesligaspiele im Gegensatz zu früher wirklich schlimmer, was die Gewalt anbelangt !? :-?
Ich denke mal, dass es früher genau so oft zu Ausschreitungen kam, nur dass es damals offensichtlich hauptsächlich "Gleichgesinnte" beider Fanlager betraf.
Heute scheint es so, dass kaum ein Unterschied zwischen Fans gemacht wird. Ob alt oder jung, männlich oder weiblich, pazifistisch eingestellt oder nicht, jeder kann Opfer werden. Und das ist absolut zu verurteilen !!! Wenn sich Gleichgesinnte austoben wollen....dann soll'n se's machen. Hab ich persönlich nichts dagegen......solange keine friedfertigen Fans mit hinein gezogen werden.

Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Verfasst: 17. Jan 2013, 18:21
von Gonzo
Schnurz hat geschrieben:
Leider war der Ultravertreter rhetorisch nicht so geschult, wie ich es mir persönlich gewünscht hätte, doch was will man machen. Steffen Simon vom WDR beklagte wiederholt die völlig unnötig erhitzte Debatte, welche die politische Klasse für sich populistisch entdeckte, das war erstaunlich. Hier muss man ihm schon den Vorwurf des Januskopfes machen, leider unterblieb das in der Runde - mein größter Vorwurf an den Ultra, von den unsäglichen "Dauer-Äähhhhs" mal abgesehen. Glänzend verkaufte sich der 11-Freunde-Chefredakteur, geschliffen klare Sprache, valide unterfütterte Argumente - da schwieg der Herr Minister und Herr Rettig gefiel sich in der Rolle, dauerhaft "Unglücklichkeiten" einzugestehen.
Ich fand' auch, dass der Rettig direkt ging. Allerdings ist auch er in der Pyro-Frage einfach ausgewichen: Auch in Österreich liegt die Verantwortung beim Veranstalter. Also: Warum geht es dort und in Deutschland nicht. Warum wird es zukünftig in Polen gehen, aber in Deutschland nicht. Darauf gab es keine Antwort. Ansonsten ist ihm aber zugute zu halten, dass er das Gespräch mit den Fans sucht. Es darf nur nicht wieder eine Verarsche werden. Der Innenminister ist ein Möchtegern, sorry. Wer eine zentrale Vergabestelle für Stadionverbote fordert, ist von der Realität so weit entfernt, wie die Alpha Centauri von der Erde. Ich kann es nur wiederholen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten und sich aufs eigene Fachgebiet konzentrieren. Dass der Fußball nicht dazu gehört, wurde mehr als deutlich. Der Vogel wusste nicht mal, was Fankultur ist. Ich äußere mich schließlich auch nicht zum Brutto Inlandsprodukt, von dem ich nur marginale Ahnung habe. Die Herren Politiker können gerne mal aufhören, den Fußball zu instrumentalisieren.

Zum Ultra-Vertreter: Man hat Philip seine Nervosität deutlich angesehen. Aber zum Ende hin wurde er souveräner. An sich ein sehr kompetenter, intelligenter und netter Kerl, der weiß, wovon er spricht. Seine Einwände waren berechtigt und auch teilweise sehr aufklärend. Aber logisch: Rettich, der komische Schwabe (Sorry, Volker ;-)), Köster und Siemon sind natürlich mehr Medienprofi. Ich finde dennoch, Phillip hat seine Sache gut gemacht. Der Hinweis darauf, dass mal wieder Krawalle erfunden wurden (Doofmund - Schalke) war wichtig.