
Tja - wenn er noch was drauf hat. Uwe wird ihn testen.
Einen Ex-Kapitän (Lübeck) zu verpflichten, birgt gewisse Gefahren für die interne Teambalance - ich weiß nicht wie er sich mit mit Bobo, Nulle und Gaede verstehen würde.
Er scheint - laut diesem Artikel aus dem Stormarner Tageblatt vom 01. November - zumindest nicht gerade ein "Leisetreter" zu sein.
Leidenschaft und Feuer würde ich ihm zutrauen - wenn er fit ist!"...Lübeck.
Es war der letzte Knalleffekt auf der Jahreshauptversammlung des Fußball-Regionalligisten VfB Lübeck. Nachdem der Aufsichtsrat abgewählt und dem Vorstand die Entlastung verweigert worden war, nahmen sich die Mitglieder noch den Kapitän vor. Oualid Mokhtari hatte vor zwei Wochen in einem Interview mit dem Internetportal transfermarkt.de erklärt, dass "ein großer Teil der Fans bei den Spielen mundtot" sei und hatte ausgerechnet die Anhänger des Erzrivalen Holstein Kiel als vorbildlich dargestellt. Gegenüber unserer Zeitung hatte er das anschließend bekräftigt. "Noch mehr so genannte Fans sind dabei, die dem Verein schaden wollen und hier alles kaputt machen. Solche Leute braucht niemand."
Nachdem Trainer, Manager und Vorstand auf diese Äußerungen nicht reagiert hatten, reichte Mitglied Benjamin Koslowski einen Antrag ein, um wegen dieser "vereinsschädigenden Aussagen" den Vorstand aufzufordern, "arbeitsrechtliche Konsequenzen" gegen Mokhtari zu ergreifen. Als Mokhtari während der Versammlung das Wort ergriff, heizte er die Stimmung zusätzlich an. Der 30-Jährige bestätigte seine Äußerungen in den Interviews und griff zudem Marc Claßen, Moderator des Fan-Forums im Internet, an. "Sie haben mich von Anfang an beleidigt", hielt er ihm vor - und konnte dabei offensichtlich zwischen der (von Claßen regelmäßig geäußerten) sachlichen Kritik und Beleidigungen nicht unterscheiden. Die Stimmung unter den Mitgliedern war nun eindeutig gegen den Kapitän gekippt.
Der Teil der Aussagen von Mokhtari und Trainer Ramazan Yildirim, die sich nicht zu Unrecht größere Unterstützung für das Team im Stadion wünschten, kam bei den Anhängern nicht an. Zuvor hatte bereits Ex-Vorstand Thomas Schikorra erklärt, dass "ein Kader ohne Identifikation" auf dem Platz steht, der sich "nicht für die Zuschauer interessiert". Das sei auch bei den Sponsoren nicht anders. "Die Gäste im Vip-Raum fristen ein trostloses Dasein, auch weil sie Trainer und Manager nie näher als aus 30 Metern Entfernung sehen." Für diese Aussagen gab es Applaus. "Ihr müsst endlich auf uns zugehen", rief ein erregter Fan der Mannschaft zu und beklagte, dass der Mannschaft verboten worden sei, zum Abklatschen in die Kurve zu gehen.
Und so war es letztlich kein Wunder, dass eine deutliche Mehrheit den Vorstand zum Handeln aufforderte. Mokhtari droht nun eine Abmahnung oder eine Geldstrafe. Versammlungsleiter Thomas Timm erklärte, dass juristisch geprüft werden müsse, ob nicht eine Zwei-Drittel-Mehrheit aller Anwesenden nötig gewesen sei, um den Antrag zuzulassen. Doch so oder so - auch diese Abstimmung war ein deutliches Zeichen, auch weil längst nicht nur Fans zustimmten. Das Angebot von Yildirim und Mokhtari, die Angelegenheit demnächst auf einem Fan-Abend zu klären, wurde von Fankreis-Vorstand Lars Ulrich zwar angenommen. Ob es allerdings die Risse kitten kann, ist angesichts der Tatsache, dass Fan-Abende zuletzt von Yildirim verhindert wurden, kaum noch vorstellbar..."
P.S: Ganz nebenbei wird hier übrigens auch deutlich, wie schön es bei uns in Kassel doch ist.
Leben in der Kurve, am Zaun, im Stadion und auch sonst...
