Droht uns so etwas auch irgendwann?

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Schlagge
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Schlagge » 17. Dez 2012, 19:47

Dollar hat geschrieben:[...] und nur die teuren logen haben das recht stumm auf ihrem ***** zu sitzen...
Die sind nicht stumm. Sie unterstützen die Mannschaft auf andere Art und Weise, nämlich vornehmlich in Form von Mähren. :wink: Zumindest ein Teil von ihnen.
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apoiador
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von apoiador » 17. Dez 2012, 21:09

Dollar hat geschrieben:das zitat ist ja sogar noch krasser:
Es ärgert mich maßlos, dass sich einige vermeintliche Fans hinstellen und sagen 'Ich unterstütze meine Mannschaft nicht'. Diese Fans sollen zu Hause bleiben.
also muss man in mainz auf den stehplätzen "unterstützen" und nur die teuren logen haben das recht stumm auf ihrem ***** zu sitzen..sehr gesunde einstellung von dem herrn :o
Der Strutz hat gestern in der Sendung 'Flutlicht' sein Statement nochmal untermauert. Sinngemäß: Es kämen viele Familien ins Stadion. Die seien enttäuscht, wenn die Stimmung nicht gut sei.
Strutz wünscht sich also etwas von der aktiven Fanszene, haut aber auf dieselben Leute drauf und arbeitet kräftig daran, die Fangruppierungen zu spalten. Weitsicht geht anders.

Viel schlimmer finde ich allerdings: Als die Mainzer Ultras 'Fußball-Mafia DFB' gerufen haben, schaltete sich der Stadionsprecher während der Partie ein und rief: "Lasst die diskriminierenden Äußerungen, denn die Mehrheit des Stadions will das nicht."
Wie anmaßend ist das denn? Der Mann hat nicht nur seine Aufgabe verfehlt, sondern auch aufgezeigt was wohl als nächstes kommt: Kollektive Stadionverbote für Anti-Gesänge halte ich mittelfristig nicht für unrealistisch. Es kommen ja schließlich Familien ins Stadion, die nicht desillusioniert nach Hause gehen sollen. :roll:
trotzdem.

Dollar
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dollar » 17. Dez 2012, 21:45

dann wäre vllt der hier der perfekte mainzer stehplatzbesucher:


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#10

Gonzo
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Gonzo » 18. Dez 2012, 10:19

Ein Auszug aus der Antwort an Herrn Strutz. Darin steckt viel wahres.
Weiter sprechen Sie von einer „Solidarität der wahren Fußball-Fans“ und treiben damit einen Keil in die Fanszene von Mainz 05. Wer sind die wahren Fans? Und wer bestimmt das? Sind wir nicht alle Mainz 05-Fans? Diejenigen, die alle zwei Wochen zu den Heimspielen kommen? Diejenigen, die unsere Mannschaft nur vor dem Fernseher verfolgen (können)? Aber nicht auch die, die zu JEDEM Spiel unserer Mannschaft fahren, immer und überall? Die Urlaubstage und Geld opfern um das Team, in aller Regel, 90 Minuten fast bedingungslos zu unterstützen? Die aber auch kritisch sind und nicht alles abnicken, was im Verein und im Fußball generell passiert? Steht es Ihnen zu zu beurteilen, wer wahrer und wer falscher Fan ist?

Ihre nächste Aussage schlägt dem Fass dann leider den Boden aus: „Sich hinzustellen und zu sagen: Ich mache nichts - das geht auch nicht. Dann sollen sie halt zu Hause bleiben.“ Herr Strutz, würden Sie das auch den Besuchern auf den VIP-Plätzen und in den Logen der Haupttribüne sagen, die auch oftmals nichts zur Stimmung beitragen. Die Minuten vor dem Halbzeitpfiff ihre Plätze verlassen um ans Buffet zu stürmen und dann wiederum nach der Halbzeit erst später wieder auf der Tribüne Platz nehmen. Die auch gerne mal bei einem Rückstand in der 80. Minute nach Hause gehen. Auch wir bezahlen Eintrittsgeld. Wir unterwerfen uns mit Betreten des Stadions auch nicht der Verpflichtung, Stimmung zu produzieren.
Die Aussagen von Strutz haben ziemliches Explosionspotential. Es steht für das Fanprojekt in Mainz also einiges an Arbeit an. Hoffentlich ist diese überhaupt zu leisten: Letzter Stand war, dass dort wohl eine Stelle gestrichen werden soll...

Naja, die Situation außerhalb des Fanprojektes in Mainz ist beinahe immernoch besser, als es bei Eintracht Braunschweig gelaufen ist. Nachdem die Cattiva, von der ich selbst nicht das beste Bild habe, zum Schweigen in Block 9 aufgerufen hat, stellt sich Trainer Lieberknecht offen gegen die aktive Fanszene und fordert in der Presse den Rest des Stadions faktisch zu einer Spaltung der Fanszene auf. Das ist ihm bestens gelungen - die unkritische Masse folgt ihrem Führer. Glückwunsch, Herr Lieberknecht! Ergebnis waren offene Anfeindungen (insbesondere durch Block 8 ) gegen den schweigenden Block 9, als man sich dort anschickte, auch bei La Ola nicht mitzumachen (!). Es flogen Becher. Kommentare wie "Wir sind Braunschweiger und ihr nicht" von Menschen, die man in der 3. Liga vermutlich niemals auswärts und erst als Spitzenreiter zuhause angetroffen hat, waren eine Konsequenz. Gesänge gegen Block 9 kamen auf, ausgestoßen von einer ganzen Reihe Fußball-Kunden... Peinlich, BTSV, so gegen die eigene aktive Fanszene vorzugehen! Gipfel: Die Mannschaft begibt sich - angeblich auf Anweisung des Chefspalters Lieberknecht - nach dem letzten Spiel vor der Winterpause nicht mehr zu Block 9, um sich für den dauerhaften Support eines ganzen Jahres zuhause und auswärts zu bedanken. Traurig, traurig... Die Eisernen quittierten die Haltung der Braunschweiger zurecht mit "Ihr seid nur ein Wellness-Publikum"-Gesängen.

Manchmal ist Zusammenhalt und Solidarität für das große Ganze einfach wichtiger, als der egoistische Blick auf 3 Punkte. Die ohnehin angespannte Lage in der Braunschweiger Szene dürfte auf dem Weg zum Höhepunkt des größten Erfolgs seit bald 30 Jahren kurz vor dem Zerreißen stehen. Lieberknecht, Blind vor Aufstiegserwartung, hat sich damit einen Bärendienst erwiesen. Dieser Konflikt wird neben dem nach wie vor ungelösten Problem der rechtsextremen Prügelfans (bei dem man schnell Partei ergriffen hat, statt die Vorwürfe der "Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen" ernst zu nehmen und zu überprüfen) weiter schwelen. So etwas kann dann auch mal den Aufstieg kosten. Und so kommt dann auch die Spaltung des restlichen ggf. unpolitischen Publikums als Preis für 3 lächerliche Punkte gegen Union als Bumerang zurück. Wäre aber vermutlich auch besser so: Bei allem, was dort gut läuft, hat der Verein nun ein zweites Mal sehr deutlich gezeigt, dass der BTSV in schwierigen Situationen nicht erstligatauglich ist.
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Dollar
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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dollar » 18. Dez 2012, 10:28

unter anderem dort, aber auch bei anderen vereinen wird es spannend zu sehen sein in zukunft wie mit und unter den fans umgegangen wird.
was werden wohl zb lieberknecht oder strutz sagen, wenn es sportlich mal wieder nicht 100% läuft und diese "richtigen" fans plötzlich nicht mehr zu jedem spiel kommen usw
ich halte derzeit viele aussagen für sehr kurzfristig gedacht
#10

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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dittsche » 18. Dez 2012, 11:50

Dem Ganzen die Krone aufgesetzt hat Lieberknecht dann, als er von einer fantastischen Stimmung der Braunschweiger sprach.
Sorry, ich saß zwar nur vorm TV-Gerät aber ich hab nur die Unioner gehört. Was die da abgezogen haben war erste Sahne. Ab und an kam mal ein "Eintracht" oder nachm Tor irgendwas eingespieltes, mehr war da auch nicht.
Ich bin auch etwas schockiert über die Aussagen Lieberknechts. Er ist doch nicht erst seit gestern Trainer in Braunschweig. Lieberknecht weiß doch wer in der 4. und 3. Liga dem Verein die Stange gehalten haben. Er verspielt sich so schneller seinen Kredit als er denkt, wenns nämlich mal nicht so läuft, sind die die gestern die "fantastische" Stimmung erzeugt haben auf Braunschweiger Seite, die die zuerst den Kopf vom Trainer fordern und die Spieler am liebsten nach Hannover jagen würden.

Ich kann allgemein über die Reaktion der Zuschauer, die den Boykott vieler Fans nicht gut finden egal ob in Düsseldorf, Münster, Schalke oder sont wo, eh nur schmunzeln.
"Ultras Raus"-Rufe zeugen davon wie geblendet die Leute von diesem Thema durch Presse, DFL und jetzt von einigen Vereinsvorsitzenden sind.
Ich gehe davon aus das das Ganze nach der Winterpause vllt noch 2-3 Spieltage geht und die Fans die sonst nicht im Stimmungskern stehen und auch sonst nicht für die Stimmung verantwortlich sind, aus Trotz - und nicht wegen des Vereins wegen - gegenüber dem Stimmungsblock der evtl noch Boykottiert, die Lieder anstimmen werden.
Aber daran werden sie auch schnell die Lust verlieren. Genauso wie sie schnell die Lust an ihrer Mannschaft verlieren, wenn es mal nicht so läuft.

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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Dr. Mabuse » 18. Dez 2012, 12:02

Dittsche hat geschrieben: "Ultras Raus"-Rufe zeugen davon wie geblendet die Leute von diesem Thema durch Presse, DFL und jetzt von einigen Vereinsvorsitzenden sind.
Was glaubt ihr zu wissen
Was glaubt ihr wer wir sind
Ihr habt jahrelang gelogen
Die Presse stinkt

Fahrt zur Hölle mit euren Lügen
Die wirklich niemand braucht
Wir lassen uns nicht unterkriegen
Niemand hält uns auf

http://www.youtube.com/watch?v=C6n7yPcqypA

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Re: Droht uns so etwas auch irgendwann?

Beitrag von Moeless » 18. Dez 2012, 12:23

Dittsche hat geschrieben:Ich kann allgemein über die Reaktion der Zuschauer, die den Boykott vieler Fans nicht gut finden egal ob in Düsseldorf, Münster, Schalke oder sont wo, eh nur schmunzeln.
"Ultras Raus"-Rufe zeugen davon wie geblendet die Leute von diesem Thema durch Presse, DFL und jetzt von einigen Vereinsvorsitzenden sind.
Das Problem ist, dass diejenigen, die z.B. am WE Auf Schalke "Ultras raus" gerufen haben, sich mit der gesamten Thematik des DFL-Sicherheitspapiers nicht beschäftigt haben. Auf Schalke ist die Fanszene so gespalten wie noch nie. Das liegt zwar unter anderem auch an der Problematik mit den SV`s der Hugos und den von ihnen zelebriertem Abschied mit ordentlicher Pyroshow beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, hängt aber hauptsächlich auch mit dem Sicherheitskonzept zusammen und damit, dass mit Peter Peters, welcher der Finanzvorstand des Vereins ist, als jemand der im DFL-Vorstand aktiv ist an diesem Konzept mitgewirkt hat. Das war für die Ultras eines Arbeitervereins, wo die Fans eine bedeutsamere Rolle spielen als bei anderen Bundesligisten, logischerweise ein Schlag ins Gesicht. So kam es dann von Seiten der Ultras zu "Peters raus" Rufen (welche manch Medienvertreter als "Stevens raus" Rufe vernahm, was allerdings falsch wiedergegeben war), und darauf dann die Reaktion des Arena-Eventpublikums mit "Ultras raus". Peters steht Auf Schalke allerdings schon länger in der Kritik, u.a., da er mit Erhöhung der Ticketpreise bald nur noch zahlungskräftiges Eventpublikum im Stadion haben will. Eben jenes Publikum, welches bei eigener Führung gerne mal den eigenen Torwart auspfeift, wenn er das Spiel nicht schnell genug macht. Dafür sind die Ultras dann gut genug, um mit "Unnerstall, Unnerstall" Rufen dagegen zu halten, um die eigenen Spieler zu schützen. Zu dieser Thematik speziell Auf Schalke gibt es einen interessanten Blogeintrag, es finden sich einige Paralellen zur Situation in Mainz und in Braunschweig. Bin mal gespannt, wie es weitergeht.

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