Reiherwälder hat geschrieben:
Die ganze Diskussion ist mittlerweile arg überzeichnet und gleitet immer mehr ins Paradoxe ab.
Grundsätzlich nicht ganz verkehrt. Allerdings gibt es in dem Satz trotzdem ein Problem: es gab bisher keine Diskussion! Bisher wurde nur ein "Konzept" erstellt, dass in einem Schnellverfahren und trotz der Einwände verschiedener Vereine (und nicht nur die üblichen Verdächtigen wie St. Pauli und Union Berlin, sondern auch solcher wie dem HSV) durchgewunken wurde. Und die "grandiosen Änderungen", die nach dem ersten Entwurf eingearbeitet wurden, machen die Sache eher schwammiger und schwieriger in der Definition.
Reiherwälder hat geschrieben:Das, was in anderen Bereichen des Lebens kein Problem ist, wird am Stadioneingang plötzlich zu einem. Verstehe ich nicht.
Ich glaube dir, dass du es nicht verstehst. Und das meine ich nicht sarkastisch oder abwertend. Da die meisten Menschen, inkl. eines Teils der Medien, sich mit dem komplexen Sachverhalt nicht auseinandersetzen (können oder wollen), entstehen Missverständnisse und Unwissenheit. Ich kann dir aber, in einfachen Worten sagen, was das Problem ist:
Wir haben in Deutschland kein Sicherheitsproblem in unseren Stadien, dass ist statistisch belegbar. Allerdings wird, aus den verschiedenen Gründen, ein Problem heraufbeschworen, was, wie gesagt, nicht existent ist. Wenn es ein Problem gibt, dann eher im Umfeld der Spiele, also bei Anreise oder Abreise. Das jedoch, hat nichts mit dem zu tun, was in diesem sagenumwobenen Sicherheitspapier formuliert wurde.
Zu deiner Aussage, "was in anderen Bereichen des Lebens kein Problem ist, wird am Stadioneingang plötzlich zu einem" kann ich dir nur sagen: Wenn ich mich nicht ganz täusche, leben wir in einem Rechtsstaat, in dem nur in einem dringenden Gefährdungsfall für Leib und Leben Ganzkörperuntersuchungen von Polizisten durchgeführt werden dürfen. Und das, in den meisten Fällen, auch nur nach richterlicher Anordnung. Allein die Idee, so etwas im Stadion durchzuführen, ist hirnrissig...von der Praktikabilität mal ganz abgesehen.
Reiherwälder hat geschrieben:Ich behaupte: Die Vision vom strippenden Zuschauer, der sich hinzusetzen und 90 Minuten artig zu verhalten hat, wird auch mit dem DFL-Papier in Zukunft keine Wirklichkeit werden.
Sofort wird das nicht so sein, aber das Sicherheitspapier ist der erste Schritt in die falsche Richtung. Denn: Wenn ich für ein nicht vorhandenes Problem Restriktionen einführe, "dünkt" mir, dass dies ein Wegbereiter für weitere, negative Veränderungen sind "kann".
Übrigens, ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn nur von "oben" Entscheidungen im Fußball aufgedrückt werden, die keine Lösungen sind, sondern nur auf Polemik basieren, ist die englische Premier-League.