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Wörsdorfer ohne Chance in Kassel
TSG-Offensive findet beim 0:3 erst nach der Pause statt / Treffer von Ojigwe nicht anerkannt
Vom 10.10.2005
nn. KASSEL Ganze Kerle waren gefordert. Doch im Gastspiel beim KSV Hessen Kassel entpuppten sich die Oberliga-Kicker der TSG Wörsdorf als überaus zahm. Endstand 3:0 (2:0) für die weitaus bissigeren, von ihren Fans "Löwen" genannten Kasseler - die bislang höchste TSG-Klatsche im Auestadion.
Die erhoffte Werbeaktion für das Schlagerspiel gegen den FSV Frankfurt fand nicht mal ansatzweise statt. Spielausschuss-Chef Rolf Schmidt sprach deutliche Worte: "Von den Namen her haben wir zwar eine große Mannschaft. Aber wenn die Spieler richtig gefordert werden, sind es keine Kerle. Wir haben nicht das Letzte gegeben und uns zu früh mit dem Status des Verlierers abgefunden."
Dazu kamen unglückliche Umstände. Der nach kurierter Verletzung erstmals wieder aufgebotene Manndecker Daniel Rasch erwischte an der Strafraumgrenze mit langem Bein den Ball, aber auch einen Akteur der Heimelf. Arnold verwandelte den folgenden, recht fragwürdigen Elfer zum frühen 1:0. Rouven Leopold verursachte acht Minuten später (25.) einen Freistoß. Der segelte in den Gäste-Strafraum und der zuvor für 150 Spiele im KSV-Trikot geehrte Thorsten Schönewolf bedankte sich per Kopf mit dem 2:0 - Zaki Tammaoui und Keeper Norbert Lorz waren sich in dieser Szene nicht einig gewesen.
Und der Wörsdorfer Angriff? Fand erst nach der Pause mit der Einwechslung des angeschlagenen Isaac Ojigwe statt. Der Nigerianer traf prompt in der 53. Minute, doch der Schiri gab den Treffer nicht. "Aus meiner Sicht ließ er sich generell von der lautstarken Kulisse beeindrucken". mutmaßte Schmidt, ohne den Unparteiischen zum Sündenbock stempeln zu wollen.
Vielmehr mussten sich die Wörsdorfer an die eigene Nase fassen. Vor allem Leopold. Von Ojigwe bedient, scheiterte er in der 67. Minute am früheren Oberhausener Zweitliga-Keeper Oliver Adler und zielte in der 87. Minute knapp vorbei. Kurz zuvor hatte Bauer einen Konter zum 3:0 genutzt.
"Wenn wir den FSV genauso gewähren lassen, haben wir keine Chance", fordert Rolf Schmidt am Samstag die nötige Siegermentalität. Tatsache ist: Um dauerhaft in der Spitzengruppe zu bleiben, braucht es künftig ganze Kerle.
TSG Wörsdorf: Lorz - Pereira (46. Ojigwe) - Rasch, Kraft - A. El Fechtali (66. Koch), Tammaoui, Henning, Boateng, Vermeer (73. N. El Fechtali) - Leopold - Leifermann.
Tore: 1:0 Arnold (16./FE), 2:0 Schönewolf (25.), 3:0 Bauer (85.). - SR: Viktori (Dillenburg).- Zuschauer: 1470.